Vatikan blockiert Laienpredigten – Deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag
Gabriel HethurVatikan blockiert Laienpredigten – Deutsche Bischöfe scheitern mit Reformvorschlag
Der Vatikan hat einen Vorschlag deutscher Bischöfe abgelehnt, der Laien das Predigen während der Messe ermöglichen sollte. Die Entscheidung folgt auf eine Anfrage im Rahmen des Synodalen Wegs, eines Reformprozesses unter Beteiligung von Laiengruppen in Deutschland. Kardinal Arthur Roche, Leiter des Dikasteriums für Gottesdienst und Sakramentenordnung, lehnte die Änderung offiziell ab und berief sich dabei auf das Kirchenrecht.
Die Deutsche Bischofskonferenz hatte um Erlaubnis gebeten, qualifizierten Laien in Ausnahmefällen die Haltung von Predigten zu gestatten. Sie begründeten dies mit pastoralen Erfordernissen, insbesondere an Sonn- und Feiertagen. Das Dikasterium verwies in seiner Antwort darauf, dass die Predigt nach dem Codex des Kanonischen Rechts und der Instruktion Redemptionis Sacramentum von 2004 Priestern oder Diakonen vorbehalten bleibe.
Laienorganisationen, darunter der Katholische Deutsche Frauenbund (KDF), kritisierten die Haltung des Vatikans scharf. Sie bezeichneten die Entscheidung als weiteren Beleg für die Ausgrenzung von Frauen aus zentralen Positionen in der Kirche. Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), erklärte, der Druck auf die Bischöfe, die Frage erneut zu prüfen, werde anhalten.
Papst Franziskus hatte zuvor bereits Bedenken gegenüber dem Synodalen Weg geäußert. Er warnte, dass ideologische statt spirituelle Motive die Diskussionen prägten.
Mit der Ablehnung des Vatikans bleibt die Predigt in Deutschland weiterhin ordentlichen Klerikern vorbehalten. Die Entscheidung verschließt vorerst die Tür für den Vorschlag der Bischöfe. Vertreter der Laien kündigten an, sich weiterhin für eine stärkere Einbindung in liturgische Aufgaben einzusetzen.
