Thomas Brezina über Lilo, Klimawandel und die Macht der Kindermedien

Gabriel Hethur
Gabriel Hethur
2 Min.
Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften, ein Fenster im Hintergrund.Gabriel Hethur

Thomas Brezina über Lilo, Klimawandel und die Macht der Kindermedien

Der Autor Thomas Brezina war kürzlich bei ServusTV zu Gast, wo er mit Moderatorin Monika Gruber über sein Werk und seine Haltung zu sozialen Medien sprach. Das Interview, das kurz vor dem Internationalen Frauentag ausgestrahlt wurde, rückte die anhaltende Wirkung seiner Figur Lilo aus der Serie Die Knickerbocker-Bande in den Fokus. Brezina äußerte sich zudem dazu, wie Kinder mit ernsten Themen wie dem Klimawandel umgehen sollten.

Brezina verriet, dass Lilo, die 1993 als Anführerin der Knickerbocker-Bande eingeführt wurde, zunächst als riskante Entscheidung galt. Kritiker hatten behauptet, eine weibliche Hauptfigur in einer Führungsrolle werde scheitern – doch die Figur wurde zur Inspiration für ganze Generationen. Viele Frauen hätten ihm bis heute gesagt, dass Lilos Selbstbewusstsein ihnen geholfen habe, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben, so Brezina. Die Serie sowie spätere Adaptionen wie Die Pfefferkörner spielten eine zentrale Rolle dabei, die deutsche Kindermedienlandschaft hin zu stärkeren, unabhängigeren weiblichen Rollenbildern zu verändern.

Im Gespräch waren sich Brezina und Gruber einig, dass Kinder nicht mit Diskussionen über die "Klimakatastrophe" überfordert werden sollten. Er argumentierte, es gehe dabei nicht nur um den Schutz ihrer Unschuld, sondern darum, ihnen die Möglichkeit zu geben, die Welt ohne unnötige Ängste zu erkunden. Zudem sprachen die beiden über Brezinas Instagram-Account, auf dem er sich auf positive und lebensbejahende Botschaften konzentriert. Er widersprach der Vorstellung, soziale Medien seien per se negativ, und verwies stattdessen auf ihr Potenzial, Verbindungen zu schaffen und zu ermutigen.

Gruber, die für ihre unmissverständlichen Ansichten bekannt ist, hatte Greenpeace-Wähler früher schon als "die dümmsten Kälber" bezeichnet und die wissenschaftliche Grundlage von Kondensstreifen über München infrage gestellt. In ihrer Sendung treten normalerweise Gäste auf, die kontroverse Debatten meiden – Brezinas Auftritt bildete hier eine seltene Ausnahme.

Das Interview bot eine Plattform, um über Lilos kulturellen Einfluss und Brezinas Herangehensweise an das Erzählen für Kinder nachzudenken. Gleichzeitig passte es thematisch zum Internationalen Frauentag und unterstrich, wie fiktive Figuren das Selbstvertrauen im echten Leben prägen können. Die Diskussion über Klimakommunikation und soziale Medien fügte der Debatte, wie Erwachsene mit jungen Zielgruppen umgehen sollten, eine weitere Ebene hinzu.

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