"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch bricht das Schweigen über Alltag und Vielfalt
Gabriel Hethur"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch bricht das Schweigen über Alltag und Vielfalt
Ein neues Buch mit dem Titel "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" gewährt seltene Einblicke in den Alltag und die Perspektiven jüdischer Menschen im Land. Verfasst von Joshua Schultheis und Mascha Malburg, stellt das Werk die oft eingeschränkte Wahrnehmung jüdischer Stimmen infrage – die meist nur im Kontext der Holocaust-Erinnerung oder des Nahostkonflikts Gehör finden.
Das Buch präsentiert zehn Dialoge mit acht Jüdinnen und Juden unterschiedlicher Herkunft. Ihre Gespräche offenbaren persönliche Erfahrungen, Sorgen und Selbstwahrnehmungen, die selten an die Öffentlichkeit dringen. Die Autoren argumentieren, dass die öffentliche Aufmerksamkeit für jüdisches Leben in Deutschland sich meist auf historische Traumata oder politische Spannungen verengt und dabei die Vielfalt des alltäglichen Daseins übergeht.
Mascha Malburg, die Politikwissenschaft und Soziologie mit einer Arbeit über Hannah Arendts Revolutionstheorie studierte, zeichnet als Koautorin verantwortlich. Joshua Schultheis, politischer Redakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", bringt journalistische Expertise in die Gespräche ein. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts auf der Verlagswebsite, moderierte die Diskussionen und sorgte für einen ausgewogenen Austausch der Standpunkte.
Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, zielt das Buch darauf ab, Vorurteile abzubauen, indem es jüdischen Stimmen selbst das Wort erteilt. Die Dialoge behandeln Themen jenseits der üblichen Erzählungen und zeigen die Heterogenität innerhalb der Gemeinschaft auf. Indem es reale Gespräche in den Mittelpunkt stellt, überwindet das Buch die gängigen Klischees über jüdisches Leben in Deutschland. Es vermittelt ein umfassenderes Bild davon, wie Jüdinnen und Juden sich selbst sehen und ihren Platz in der Gesellschaft definieren. Das Werk richtet sich an Leser:innen, die ein tieferes Verständnis für diese oft übersehenen Perspektiven suchen.






