13 March 2026, 18:35

ZDK reformiert sich radikal – klare Trennung vom ZVK nach jahrelangen Machtkämpfen

Ein Venn-Diagramm mit zwei überlappenden Kreisen, einer beschriftet mit "Tarifverhandlungen" und der andere mit "Konfliktfreiheit", mit dem Satz "Tarifverhandlungen Konfliktfreiheit" in der Mitte.

ZDK reformiert sich radikal – klare Trennung vom ZVK nach jahrelangen Machtkämpfen

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine internen Regeln grundlegend überarbeitet, um seine Struktur zu klären und sich deutlich vom Zentralverband Deutches Kraftfahrzeuggewerbe – Verband der Kraftfahrzeug-Unternehmen (ZVK) abzugrenzen. Die im Januar beschlossenen Reformen erfolgen vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen zwischen den beiden Verbänden, die sich vor allem um Finanzierungs- und Governance-Streitigkeiten drehen.

Die neuen Satzungen des ZDK ziehen einen klaren Schlussstrich unter vergangene Praktiken. Gemeinsames Personal in Führungsgremien wurde abgeschafft, und eine strikte Trennung vom ZVK ist nun verbindlich verankert. Eine zentrale Neuerung sieht vor, dass mindestens ein Mitglied der Führungsebene aus dem Handwerksbereich stammen muss; zudem liegen alle Personalentscheidungen künftig in der Hand der Mitgliederversammlung.

Die Ausschüsse wurden neu ausgerichtet und fungieren nun ausschließlich als beratende Gremien, um widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen zu vermeiden. Darüber hinaus hat der ZDK direkte Wege für Werkstätten geschaffen, um der Bonner Zentrale beizutreten, und stellt so sicher, dass die Innungen eng mit der Dachorganisation verbunden bleiben. Diese Änderungen folgen auf einen Rechtsstreit, nachdem der ZVK im Oktober 2025 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge gefordert hatte – eine Forderung, die der ZDK gerichtlich anfocht.

Obwohl der Streit um Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen als rechtliches Thema an Bedeutung verloren hat, bleiben tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten ungelöst. Der ZDK hat die Belastungen für die Betriebe anerkannt, lässt jedoch die Tür für eine mögliche künftige Zusammenarbeit mit dem ZVK offen. Gleichzeitig plant der Verband, in den betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Gründe und Folgen eines möglichen Austritts zu erläutern.

Die Reformen markieren einen Wendepunkt in der Arbeitsweise des ZDK, der nun strengere Regeln für Governance und Mitgliedschaft vorgibt. Unternehmen erhalten künftig klarere Leitlinien zu den Änderungen, während der Verband konsequent an seiner Unabhängigkeit festhält. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob ZVK und ZDK gemeinsame Lösungen finden oder sich endgültig auf getrennte Wege begeben.

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