30 April 2026, 10:28

Klingbeils Steuerpläne: Krypto-Gewinne und Finanzkriminalität im Visier bis 2027

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen auf einem weißen Hintergrund.

Klingbeils Steuerpläne: Krypto-Gewinne und Finanzkriminalität im Visier bis 2027

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant bis 2027 zusätzliche Einnahmen von 2 Milliarden Euro – unter anderem durch schärfere Steuerregeln für Kryptowährungen und eine verschärfte Bekämpfung der Finanzkriminalität. Bisher sehen die deutschen Vorschriften vor, dass Anleger keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen zahlen müssen, sofern sie die Vermögenswerte länger als ein Jahr halten. Doch das könnte sich bald ändern.

Nach geltendem Recht bleiben Krypto-Gewinne steuerfrei, wenn die Assets mindestens zwölf Monate lang gehalten werden. Verkäufe innerhalb eines Jahres werden hingegen als privates Einkommen versteuert, wobei Gewinne unter 1.000 Euro jedoch befreit bleiben. Klingbeils Vorstoß könnte diese steuerfreie Haltedauer komplett abschaffen und Kryptowährungen wie andere Wertpapiere behandeln – mit einer pauschalen Kapitalertragsteuer von 25 Prozent zuzüglich weiterer Abgaben.

Hinzu kommt eine neue EU-Richtlinie, die Krypto-Anbieter bald verpflichten wird, Nutzerdaten, Vermögensbestände und Transaktionsdetails an die Behörden zu melden. Dadurch wird es schwieriger, Gewinne vor dem Fiskus zu verbergen. Das Finanzministerium hat zwar noch keine konkreten Änderungen genannt, spricht in Haushaltsunterlagen jedoch von einer "Anpassung der Besteuerung von Kryptowährungen".

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Die Reformen könnten zudem härtere Strafen für Steuerhinterzieher vorsehen und Krypto-Transaktionen stärker überwachen. Unklar ist noch, ob die neuen Regeln auch für bestehende Anleger gelten sollen – hier könnten Sonderregelungen geprüft werden. Bevor Änderungen in Kraft treten, müssen sie jedoch zunächst durch Bundestag und Bundesrat gebracht werden, wofür ein offizieller Gesetzesentwurf erforderlich ist.

Ziel der geplanten Reformen ist es, Steuerlücken zu schließen und Milliarden an Mehreinnahmen zu generieren. Falls die Verschärfungen beschlossen werden, könnten strengere Meldepflichten und höhere Abgaben auf Kryptowährungen die Behandlung digitaler Vermögenswerte in Deutschland grundlegend verändern. Die endgültige Entscheidung liegt in den kommenden Monaten bei den Abgeordneten.

Quelle