WBGU fordert: Natürliche Infrastruktur muss als kritisch eingestuft werden
Sibilla HartungWBGU fordert: Natürliche Infrastruktur muss als kritisch eingestuft werden
Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) fordert Einstufung natürlicher Infrastruktur als kritisch
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat einen Bericht veröffentlicht, in dem er die Klassifizierung natürlicher Infrastruktur als kritische Infrastruktur fordert. Demnach sollten Ökosysteme wie Seen, Wälder und Moore denselben Schutz genießen wie Straßen, Schienennetze und Energienetze. Der am Freitag veröffentlichte Bericht unterstreicht die Bedeutung natürlicher Systeme für den Zivilschutz.
Bisher fehlt natürlicher Infrastruktur der gleiche Schutz wie der sogenannten grauen Infrastruktur. Das Expertengremium betont, dass Ökosysteme als Puffer gegen Hitzewellen, Pandemien und Extremereignisse wirken. Sie bilden die Lebensgrundlage und sind für die öffentliche Sicherheit unverzichtbar.
Der Bericht plädiert für eine bundesweite Erfassung zentraler Naturräume. Zudem empfiehlt er die Entwicklung von Frühwarnsystemen, um die Degradation von Ökosystemen frühzeitig zu erkennen, bevor sie kritisch wird. Das Risikobewusstsein für Umweltgefahren sollte in die militärische Ausbildung integriert werden, wobei der Nationale Sicherheitsrat den Schutz dieser natürlichen Ressourcen priorisieren solle.
Die Entwicklungspolitik sollte sich auf die Stärkung des Ökosystemschutzes konzentrieren – vorangetrieben von lokalen Akteuren. Als erfolgreiches Vorbild wird die Coral Triangle Initiative genannt. Zur Finanzierung schlagen die Autor:innen vor, öffentliche und private Mittel zu mobilisieren, um Unternehmen zu Investitionen in Schutzmaßnahmen zu motivieren.
Der Rat rät zudem zu einem globalen Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft. Diese Wende brächte wirtschaftliche und gesundheitliche Vorteile mit sich und stärkte die Energieautonomie. Kürzungen bei Klimaprojekten, warnt der Bericht, würden die lokale Biodiversität schädigen und letztlich die globale Sicherheit gefährden.
Der WBGU-Bericht schlägt konkrete Maßnahmen zum Schutz natürlicher Infrastruktur vor: rechtliche Anerkennung, Finanzierungsmechanismen und politische Reformen, um Ökosysteme zu bewahren. Ziel ist es, natürliche Systeme in den Zivilschutz zu integrieren und langfristige Resilienz zu sichern.
