Verbot von Muslim Interaktiv: Warum der Staat 2025 durchgriff
Der deutsche Verein Muslim Interaktiv wurde Anfang November 2025 verboten, nachdem die Behörden ihn als Bedrohung für die verfassungsmäßige Ordnung eingestuft hatten. Die Gruppe stand bereits seit Langem unter Beobachtung – das Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz hatte sie bis Mai 2024 als „gesichert extremistisch“ eingestuft. Ihr Ziel, den Islam als einziges gesellschaftliches Modell durchzusetzen und dabei staatlichen Einfluss abzulehnen, führte schließlich zum Verbot.
Forderungen nach einem Verbot von Muslim Interaktiv gab es bereits 2024. Im April brachte die Hamburger CDU einen Antrag ein, die Organisation zu verbieten, doch SPD und Grüne lehnten dies ab. Im Mai reichte die AfD einen eigenen Antrag ein und argumentierte, der Verein untergrabe die demokratische Ordnung Deutschlands. Noch im selben Monat widersprach der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries dem AfD-Vorstoß mit der Begründung, der Antrag sei unnötig und diffamiere Muslime pauschal.
Am 13. Juni 2024 stimmte der Bundestag gegen den AfD-Antrag – mit Unterstützung mehrerer Parteien. Zur gleichen Zeit scheiterte auch ein Bundesantrag der CDU zur Bekämpfung des politischen Islam, der unter anderem Verbote entsprechender Vereine vorsah, am Widerstand der Ampel-Koalition. Der BSW-Politiker Ali Al-Dailami erklärte später, der AfD-Antrag sei gescheitert, weil er nicht zwischen Islam und Islamismus differenziere. Unterdessen wurde ein mit der Debatte verbundenes Video online verbreitet, nachdem der AfD-Politiker Baumann es an diesem Tag auf Facebook gepostet hatte.
Trotz des früheren politischen Widerstands verbot das Bundesinnenministerium Muslim Interaktiv schließlich im November 2025. Die Entscheidung folgte auf die Einstufung als extremistisch und die explizite Ablehnung der verfassungsmäßigen Grundsätze Deutschlands durch den Verein. Das Verbot beendete eine langwierige Debatte über die Aktivitäten und den rechtlichen Status der Gruppe.
