Thyssenkrupp-Aktie bricht auf Rekordtief ein – Ölkrise trifft Industrie hart
Sibilla HartungThyssenkrupp-Aktie bricht auf Rekordtief ein – Ölkrise trifft Industrie hart
Aktie von Thyssenkrupp stürzt auf neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro
Der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie ist auf ein neues 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro abgerutscht – ein drastischer Rückgang um rund 31 Prozent allein im letzten Monat. Der Einbruch kommt, während explodierende Ölpreise die Produktionskosten in die Höhe treiben und die Industrie in ganz Europa unter Druck setzen. Gleichzeitig leiden die globalen Ölmärkte unter massiven Engpässen: Seit Anfang März 2026 übersteigt die tägliche Nachfrage das Angebot um bis zu 12 Millionen Barrel.
Auslöser der Krise war der 2. März 2026, als Spannungen im Iran die Öllieferungen durch die Straße von Hormus unterbrachen. Diese entscheidende Route, über die 20 Prozent des weltweiten Öltransports abgewickelt werden, ist blockiert – die tägliche Förderung brach um 11 bis 12 Millionen Barrel ein. Die Knappheit übertrifft damit die Krisen der 1970er-Jahre oder der Golfkriege bei Weitem. Der Preis für Brent-Öl schoss innerhalb weniger Wochen von etwa 73 auf über 113 Dollar pro Barrel hoch, während OPEC-Öl mittlerweile bei 143 Dollar gehandelt wird.
Thyssenkrupp spürt die Belastung durch die steigenden Energiepreise deutlich. In Frankreich drosselt das Unternehmen die Produktion, während günstigere Importe zusätzlichen Druck ausüben. Die Aktie hat seit ihrem Oktober-Hoch von 13,24 Euro fast 44 Prozent an Wert verloren.
Als Reaktion arbeitet die Bundesregierung an einem Entlastungspaket für die Spritpreise. Zudem sollen die nationalen Ölreserven angezapft werden, um die Versorgungsengpässe abzumildern. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte inzwischen den rechtlich verbindlichen Kohleausstieg bis 2038 infrage und deutete eine mögliche Neuausrichtung angesichts der Energiekrise an.
Die Straße von Hormus bleibt weiterhin gesperrt, ein Ende der Blockade ist nicht in Sicht. Die finanziellen Probleme von Thyssenkrupp spiegeln die größeren Herausforderungen wider, vor denen energieintensive Industrien bei anhaltend hohen Ölpreisen stehen. Da die Reserven begrenzt sind und die Nachfrage ungedämpft bleibt, werden die wirtschaftlichen Folgen voraussichtlich weit über den Industriesektor hinausreichen.






