15 May 2026, 06:25

KNDS stockt Produktionskapazitäten für Militärfahrzeuge massiv auf

Militärpersonenwagen mit montierter großer Kanone, der auf einer Straße neben einem Wald fährt.

KNDS stockt Produktionskapazitäten für Militärfahrzeuge massiv auf

Europäischer Rüstungskonzern KNDS baut Produktionskapazitäten aus, um steigende militärische Nachfrage zu bedienen

Der französisch-deutsche Rüstungshersteller KNDS erweitert seine Fertigungskapazitäten, um den wachsenden Bedarf der Streitkräfte zu decken. Das Unternehmen hat bereits ein deutsches Werk übernommen und verhandelt derzeit über zwei weitere Standorte. Milliardeninvestitionen sind geplant, während europäische Armeen ihre Bestellungen für gepanzerte Fahrzeuge hochfahren.

Zu den diskutierten Standorten gehört das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde, wo die Produktion von Transportern bis 2030 eingestellt werden soll. Zudem prüft KNDS das Volkswagen-Werk in Osnabrück, dessen Zukunft nach 2027 ungewiss ist. Bereits im vergangenen Jahr hatte KNDS das ehemalige Alstom-Werk für Schienen- und Militärfahrzeuge in Görlitz übernommen. Nun will das Unternehmen weiter wachsen, während europäische Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. Ein Investitionsprogramm über eine Milliarde Euro soll die Produktionslinien für Panzer und gepanzerte Fahrzeuge ausbauen.

Das Mercedes-Werk in Ludwigsfelde fertigt derzeit „offene Aufbau“-Modelle – vor allem Fahrgestelle für den Sprinter. Doch die Sprinter-Produktion wird ab 2030 nach Jawor in Polen verlagert, sodass der Standort ohne klare Perspektive bleibt. KNDS verhandelt über eine Übernahme und könnte Teile der Anlage anmieten, um dort Militärfahrzeuge zu produzieren – parallel zu einer etwaigen Restfertigung von Transportern. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.

Gleichzeitig bewertet KNDS das Volkswagen-Werk in Osnabrück. Der Autokonzern sucht nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für den Standort, sobald die aktuelle Produktion 2027 endet. Zudem wird erwartet, dass die Bundeswehr in den kommenden Monaten bis zu 3.000 radgepanzerte Fahrzeuge vom Typ Boxer ordert – was die Expansionspläne von KNDS zusätzlich beschleunigt.

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Mit den möglichen Übernahmen würde KNDS drei große deutsche Produktionsstandorte betreiben. Angesichts steigender Rüstungsaufträge strebt das Unternehmen an, langfristige Kapazitäten für die Herstellung gepanzerter Fahrzeuge zu sichern. Die endgültigen Verträge für beide Werke stehen noch aus, doch die Vorhaben markieren einen tiefgreifenden Wandel in der europäischen Rüstungsindustrie.

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