Schüler streiken bundesweit gegen die Rückkehr der Wehrpflicht in Deutschland
GEW unterstützt Schulstreik gegen neue Wehrpflicht - Schüler streiken bundesweit gegen die Rückkehr der Wehrpflicht in Deutschland
Schüler in ganz Deutschland bereiten sich auf Streiks gegen die Rückkehr der Wehrpflicht vor
Am kommenden Donnerstag wollen Schülerinnen und Schüler bundesweit die Klassen verlassen, um gegen die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht zu protestieren. Die von Lehrergewerkschaften unterstützten Demonstrationen haben eine Debatte über Schulregeln und mögliche disziplinarische Maßnahmen bei Fehlzeiten ausgelöst. Einige Schulen haben bereits Prüfungstermine verschoben, um die Proteste zu ermöglichen, während andere auf strikte Anwesenheitspflicht bestehen.
Das neue Wehrpflichtgesetz trat am 1. Januar in Kraft und verpflichtet alle jungen Männer, mit Vollendung des 18. Lebensjahres einen Eignungs- und Motivationsfragebogen auszufüllen. Auch Frauen können sich freiwillig am Verfahren beteiligen. Die Maßnahme hat breiten Widerstand ausgelöst – von Schülerinitiativen wie Nein zur Wehrpflicht werden für den 5. März 2026 bundesweite Proteste organisiert.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die Streiks und fordert, dass Schulen auf Strafen für teilnehmende Schüler verzichten. Die GEW Sachsen plädiert für lokale Kompromisse, während das sächsische Bildungsministerium darauf besteht, dass Demonstrationen außerhalb der Schulzeit stattfinden müssen. Einige Einrichtungen haben zugesagt, an dem Streiktag keine Prüfungen abzuhalten und älteren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme zu ermöglichen.
Allerdings gilt in Deutschland nach wie vor die Schulpflicht, und unentschuldigtes Fehlen – auch zur Teilnahme an Protesten – zählt als Schwänzen. Eltern können ihre Kinder zwar vom Unterricht befreien lassen, doch bei einer Ablehnung riskieren die Schüler schlechtere Noten. GEW-Vorsitzender Burkhard Naumann kritisiert die Wehrpflicht als "Störung der Bildungs- und Berufsplanung junger Menschen". Kein Bundesland hat bisher Prüfungen offiziell abgesagt; die Entscheidungen liegen bei den einzelnen Schulen.
Die Proteste werden wie geplant stattfinden, doch die Konsequenzen für die Teilnehmer hängen von der Haltung ihrer Schule ab. Während einige die Erlaubnis zur Teilnahme erhalten haben, müssen andere mit unentschuldigten Fehlstunden oder Notenabzügen rechnen. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen politischem Engagement und schulischen Pflichten in Deutschlands strengem Präsenzsystem.
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