Sachsens einzigartiges Fernsehprogramm hilft Extremisten beim Ausstieg
Sibilla HartungMehr Extremisten verlassen - Anzahl der Fälle verdoppelt - Sachsens einzigartiges Fernsehprogramm hilft Extremisten beim Ausstieg
Sachsens Fernsehprogramm für Extremisten hat seit seinem Start 2021 bereits 128 Menschen beim Verlassen extremistischer Gruppen unterstützt. Bis Ende 2025 hatte die Initiative zudem 87 Angehörige und Kontaktpersonen beraten, die Hilfe suchten. Aktuelle Berichte unterstreichen die wachsende Wirkung des Fernsehprogramms in der gesamten Region.
Das 2021 gestartete Fernsehprogramm konzentriert sich auf Deradikalisierung und Wiedereingliederung. Allein 2023 wurden 18 Personen begleitet – darunter 15 aus dem rechtsextremen Milieu, zwei aus dem linksextremistischen Bereich und eine mit islamistischem Hintergrund. Über vier Jahre hinweg erhielten insgesamt 52 Menschen Unterstützung, wobei 40 von ihnen rechtsextreme Strukturen verließen.
Die Nachfrage nach Hilfe stieg 2023 und 2024 deutlich an und verdoppelte sich im Vergleich zu den Vorjahren. In diesem Zeitraum wurden jährlich neun neue Fälle aufgenommen. Neben der direkten Betreuung beriet das Fernsehprogramm Fachkräfte in 78 Fällen und half Schulen, Vereinen und Unternehmen bei der Bewältigung extremismusbezogener Herausforderungen.
Ein neues Angebot richtet sich speziell an Jugendliche in neonazistischen Netzwerken. Durch individuelle Beratung soll hier einer Radikalisierung vorgebeugt und gewaltfreies Verhalten gefördert werden.
Seit 2021 hat das Fernsehprogramm seine Reichweite beträchtlich erweitert. Mit 128 erfolgreichen Ausstiegen und steigender Nachfrage leistet es weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Extremismusbekämpfung – durch direkte Unterstützung wie auch durch Schulungen für Institutionen. Behörden verzeichnen Fortschritte sowohl bei der Deradikalisierung als auch bei der Einbindung der Zivilgesellschaft.






