Sachsens Bildungsminister räumt gravierende Fehler in der Schulpolitik ein
Sibilla HartungSachsens Bildungsminister räumt gravierende Fehler in der Schulpolitik ein
Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens hat Fehler in der bisherigen Bildungspolitik des Landes eingeräumt. In einer aktuellen Stellungnahme verwies er auf anhaltende Probleme, darunter eine hohe Zahl ausgefallener Unterrichtsstunden und Leistungsdefizite bei Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig betonte er, dass erste Reformmaßnahmen langsam Wirkung zeigten.
Clemens gab zu, dass Sachsen in den vergangenen Jahren zu starr an Schulschließungen festgehalten habe. Diese übermäßig strenge Vorgehensweise habe zu unnötigen Lernausfällen geführt. Zwar lägen seit seinen letzten Äußerungen keine aktualisierten Zahlen zu Schulschließungen vor, doch sowohl geplante als auch kurzfristige Ausfälle blieben auf einem zu hohen Niveau – rund neun Prozent der Unterrichtszeit gingen weiterhin verloren.
Der Minister wies zudem auf regionale Unterschiede hin: Während Großstädte weniger betroffen seien, litten kleinere Städte und ländliche Gebiete unter stärkeren Beeinträchtigungen, was die Bildungsungleichheit verschärfe. Unternehmen und Berufsschulen hätten zudem Defizite in den Sprach- und Mathematikkenntnissen der Absolventen gemeldet und Zweifel an deren Arbeitsmarktreife geäußert.
Über die schulischen Probleme hinaus zeigte sich Clemens besorgt über den Rückgang der körperlichen Fitness bei Kindern und Jugendlichen. Als einen Grund nannte er den übermäßigen Gebrauch von Smartphones. Trotz sinkender Schülerzahlen versicherte er, dass weitere Schulschließungen nicht geplant seien.
Holger Gasse, bildungspolitischer Sprecher der CDU, bekräftigte unterdessen die Unterstützung seiner Partei für das sächsische Schulsystem mit Aufteilung nach der vierten Klasse. Clemens ergänzte, dass ein vor einem Jahr eingeleitetes Reformpaket bereits zu einer Reduzierung der Ausfälle beigetragen habe. Die schwarz-rote Koalition konzentriere sich nun darauf, die verbleibenden Herausforderungen anzugehen, so der Minister.
Die jüngsten Aussagen des Bildungsministeriums bestätigen sowohl Rückschläge als auch schrittweise Fortschritte im sächsischen Schulsystem. Angesichts weiterhin hoher Unterrichtsausfälle und regionaler Ungleichheiten haben die Verantwortlichen versprochen, die Reformen konsequent voranzutreiben. Parallel dazu soll der Erhalt des Schulangebots mit Maßnahmen gegen Leistungsabfälle und den Fitnessrückgang der Schülerinnen und Schüler einhergehen.






