Sachsen streicht KfW-Förderung für Grundschullehramtsanwärter – nur Bautzen bleibt ausgenommen
Sibilla HartungDiskussion um die Abschaffung eines Bonus für Lehramtsanwärter - Sachsen streicht KfW-Förderung für Grundschullehramtsanwärter – nur Bautzen bleibt ausgenommen
Sachsens Gesundheitsminister streicht KfW-Förderung für fast alle Grundschullehramtsanwärter
Das sächsische Gesundheitsministerium hat die KfW-Förderung für nahezu alle Referendare im Grundschulbereich abrupt gestrichen. Die Ende 2025 bekannt gegebene Entscheidung fällt eine monatliche Zahlung von 1.250 Euro weg, die bisher lange Anfahrtswege und Umzugskosten abfedern sollte. Nur noch Anwärter in der Region Bautzen erhalten die Förderung weiter.
Die Förderung war ursprünglich eingeführt worden, um Lehrkräfte in Gebiete außerhalb von Dresden und Leipzig zu locken, wo der Personalmangel weniger ausgeprägt ist. Jahrelang hatten sich Referendare auf das zusätzliche Geld verlassen, um die Kosten für den Einsatz an abgelegenen Schulen zu decken. Viele hatten ihre Karriereplanung bereits an die zugesagte finanzielle Unterstützung geknüpft.
Das Ministerium behauptet, die Änderung sei bereits im Oktober 2025 öffentlich angekündigt worden. Betroffene Referendare werfen der Behörde jedoch vor, sie ohne Vorwarnung im Stich zu lassen. Burkhard Naumann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), warf den Verantwortlichen vor, die Anwärter durch den plötzlichen Entzug der Förderung zu hintergehen.
Gesundheitsminister Conrad Clemens verteidigte den Schritt mit der Begründung, die Maßnahme sei notwendig, um Lehrkräfte gezielt in stark nachgefragte Regionen wie Bautzen und Görlitz zu lenken. Laut Ministerium habe sich die Zahl der Referendare in diesen Gebieten seitdem verdoppelt. Die Umstellung erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Grundschülerzahlen in Sachsen – trotz eines stabilen Nachwuchses an neu qualifizierten Lehrkräften.
Die meisten Anwärter müssen nun auf die zusätzliche Förderung verzichten, auf die sie sich verlassen hatten. Nur in Bautzen bleibt die Förderung erhalten, während andere die Fahrtkosten und Umzugsausgaben künftig selbst tragen müssen. Das Ministerium betont, die Entscheidung diene einer gleichmäßigeren Verteilung der Lehrkräfte im Land.






