Sachsen führt bezahlten Qualifizierungsurlaub für Weiterbildung ein
Sachsen führt bezahlten Qualifizierungsurlaub für Weiterbildung ein
Sachsen führt als eines der letzten Bundesländer bezahlten "Qualifizierungsurlaub" für Arbeitnehmer ein. Das neue Gesetz, das im Januar 2027 in Kraft tritt, gewährt Beschäftigten jährlich drei bezahlte Freitage für berufliche Weiterbildung, ehrenamtliche Schulungen oder politische Bildung. Es ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kampagne von Bürgern und Gewerkschaften, die sich für die Reform eingesetzt hatten.
Das Gesetz wurde verabschiedet, nachdem eine Bürgerinitiative 55.628 gültige Unterschriften gesammelt hatte – deutlich mehr als die erforderlichen 40.000. Hätten die Abgeordneten den Vorschlag abgelehnt, wäre ein Volksentscheid mit 450.000 notwendigen Unterschriften nötig gewesen. Schließlich stimmte der Landtag mit 65 zu 50 Stimmen für das Vorhaben, wobei sieben CDU-Mitglieder dagegen votierten.
Ziel der Regelung ist es, Fachkräfte zu fördern und die Belastung für Ehrenamtliche zu verringern, insbesondere für die rund 40.000 Trainer in Sachsen. Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten erhalten finanzielle Unterstützung, um die Kosten für den Urlaub zu tragen – eine Premiere unter den Bundesländern. Daniela Kolbe, Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen, bezeichnete die Entscheidung als "längst überfälligen Fortschritt".
Bisher hatten bereits 15 andere Bundesländer ähnliche Regelungen für bezahlten Bildungsurlaub eingeführt. Das sächsische Gesetz beschränkt die Freistellung auf anerkannte Weiterbildungsformen, um sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern einen Nutzen zu bieten.
Der neue Qualifizierungsurlaub tritt Anfang 2027 in Kraft. Er gibt Beschäftigten Zeit für Fortbildungen und entlastet gleichzeitig kleine Betriebe finanziell. Die Reform spiegelt die breite Unterstützung durch Gewerkschaften, Sportverbände und politische Parteien im Land wider.
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