08 February 2026, 13:27

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident fordert Pflichtarbeit für Bürgergeld-Empfänger

Ein altes, vergilbtes Dokument mit einem kreisförmigen, schwarz umrandeten Stempel, enthält schwarzen Text, wahrscheinlich ein Brief der deutschen Regierung.

Forderung nach neuem Ministerpräsidenten: Freiwilligenarbeit für Empfänger von Grundsicherung - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident fordert Pflichtarbeit für Bürgergeld-Empfänger

Sachsen-Anhalts neu gewählter Ministerpräsident Sven Schulze hat vorgeschlagen, Empfänger von Sozialleistungen in Sachsen zu unvergüteten Gemeinschaftsarbeiten zu verpflichten. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Deutschland über strengere Regeln für Bezieher staatlicher Unterstützung diskutiert. Schulze, der diese Woche sein Amt antrat, argumentiert, dass Leistungsempfänger der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten, als Gegenleistung für die finanzielle Hilfe.

Schulze wurde am Mittwoch zum Regierungschef Sachsen-Anhalts gewählt und löste damit Reiner Haseloff ab. Sein Vorschlag richtet sich an Bezieher des Bürgergelds und sieht vor, dass diese – sofern sie körperlich dazu in der Lage sind – Aufgaben wie Laubharken oder Schneeräumen im Winter übernehmen. Die Idee passt in die aktuelle Debatte in Deutschland, wo Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern bereits für schärfere Auflagen bei Sozialleistungen plädieren.

Monika Schnitzer, Ökonomin im Sachverständigenrat der Bundesregierung, befürwortet verpflichtende Gemeinschaftsarbeit für diejenigen, die aus finanziellen Gründen einer regulären Beschäftigung ausweichen. Gleichzeitig warnt sie jedoch davor, diese Regel pauschal anzuwenden, da dies die Jobsuche erschweren könnte. Die Bundesregierung hat bisher keine bundesweite Gesetzgebung verabschiedet: Während CDU und CSU auf strengere Maßnahmen drängen, setzen sich SPD und Grüne für Unterstützung statt Strafen ein.

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Mit den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt in etwa sieben Monaten bringt Schulzens Vorschlag zusätzliche Dynamik in die laufende Diskussion. Seine Position spiegelt einen wachsenden Trend in konservativ regierten Regionen wider, die Sozialleistungen stärker an gesellschaftliches Engagement knüpfen wollen.

Der Plan sieht vor, dass gesunde, arbeitslose Empfänger durch unentgeltliche Arbeit einen Beitrag leisten. Sollte er umgesetzt werden, könnte er die Sozialpolitik in Sachsen-Anhalt vor der nächsten Wahl neu prägen. Angesichts der aktuellen Blockade auf Bundesebene bleibt den Ländern vorerst nichts anderes übrig, als eigene Wege zu gehen.