14 March 2026, 06:53

Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen alarmierenden Höchststand

Eine Gruppe von Menschen, die eine Fahne mit der Aufschrift 'öffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus' vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund hölt. Im Hintergrund sind auch ein Fahrrad und eine Tasche zu sehen.

Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen alarmierenden Höchststand

Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen Rekordhöhe

Im Jahr 2024 haben rechtsextreme Zwischenfälle an Schulen in Sachsen dramatisch zugenommen. Die Behörden verzeichneten 185 extremismusbezogene Straftaten – ein Anstieg um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lehrkräfte sehen sich zunehmend Bedrohungen ausgesetzt, während sie versuchen, Hass in den Klassenzimmern entgegenzuwirken.

Eine Anfrage der Leipziger Linken-Politikerin Juliane Nagel ergab, dass im Jahr 2024 an 82 Schulen in Sachsen rechtsextreme Vorfälle gemeldet wurden. Betroffen waren alle Schulformen, von Grundschulen bis zu weiterführenden Einrichtungen. Welche konkreten Maßnahmen die Schulen ergriffen haben, bleibt in den öffentlichen Unterlagen jedoch unklar.

Die Vorfälle reichten von Arbeitsblättern mit der Unterschrift "Heil Hitler" bis hin zu Schülern, die T-Shirts mit der Aufschrift "White Power" trugen. Hakenkreuze tauchten in Heften auf, es wurden Hitlergrüße gezeigt, und einige Schüler forderten, "Kinder mit Kopftuch" in Konzentrationslager zu stecken. Viele Fälle dürften ungemeldet geblieben sein, sodass das tatsächliche Ausmaß noch größer sein könnte.

Die rechtspopulistische AfD verschärft den Druck, indem sie Lehrkräften vorwirft, voreingenommen zu sein, wenn diese sich gegen Extremismus stellen. Diese Einschüchterungstaktik macht Pädagogen angreifbar – einige erhielten bereits direkte Drohungen, weil sie Position bezogen. Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert nun eine zentrale Anlaufstelle, die Schulen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützt.

Neben dem akuten Schutz verlangt die Gewerkschaft klarere Handlungsanweisungen vom Kultusministerium. Lehrkräfte brauchen stärkere Rückendeckung, um demokratische Werte ohne Furcht vor Repressalien zu verteidigen. Die wachsende Welle des Extremismus belastet sowohl das Personal als auch die Schülerinnen und Schüler schwer.

Die Zahl der gemeldeten rechtsextremen Vorfälle an sächsischen Schulen stieg von 154 im Jahr 2023 auf 245 im Jahr 2024. Lehrkräfte fordern weiterhin bessere Schutzmechanismen und Ressourcen, um Extremismus wirksam zu bekämpfen. Ohne entschlossenes Handeln droht sich die Lage weiter zu verschärfen.

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