04 May 2026, 08:29

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimaprotestaktion in Berlin teilnehmen, die von Bäumen und einem klaren blauen Himmel umgeben ist.

Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Anlage soll auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue entstehen und hat bereits zehn formelle Einsprüche von Aktivistinnen und Aktivisten hervorgerufen.

Die zuständige Genehmigungsbehörde SGD Süd sagte kürzlich eine geplante Anhörung ab, nachdem sie die vorgebrachten Bedenken als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatte. Kritiker argumentieren, dass das 44-Millionen-Euro-Projekt die Region für Jahrzehnte an veraltete Gastechnologie binden würde. Sie weisen darauf hin, dass die letzte Umweltverträglichkeitsprüfung für das Gelände aus dem Jahr 2005 stammt – was Zweifel an der aktuellen Prüfung aufkommen lässt.

Das Bündnis wirft dem Vorhaben zudem vor, den Klimazielen von Mainz zuwiderzulaufen, die bis 2035 Treibhausgasneutralität vorsehen. Zwar hat KMW eine spätere Umrüstung auf Wasserstoff in Aussicht gestellt, doch die Gruppen stehen diesem langfristigen Plan skeptisch gegenüber.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Stattdessen verweisen sie auf Batteriespeicher als erprobte und zunehmend kostengünstige Alternative. Die Produktionskosten für Batterieeinheiten seien in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken – von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf heute nur noch 90 Euro.

Die Einspruch einlegenden Organisationen drängen nun auf direkte Gespräche mit SGD Süd und KMW. Ihr Ziel ist es, treibhausgasneutrale Optionen zu prüfen und die öffentliche Unterstützung für die Energiewende zu sichern. Durch die abgesagte Anhörung werden die Einwände nun ohne weitere öffentliche Diskussion geprüft. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es trotz der Bedenken hinsichtlich seiner Umweltauswirkungen und Vereinbarkeit mit den Klimazielen gebaut. Die endgültige Entscheidung liegt in den kommenden Wochen bei der Genehmigungsbehörde.

Quelle