Porsche kämpft mit Scheinwerfer-Mangel und rüstet Fahrzeuge direkt nach
Senta ScheelPorsche kämpft mit Scheinwerfer-Mangel und rüstet Fahrzeuge direkt nach
Porsche steht vor einer neuen Herausforderung in der Lieferkette: Ein Mangel an Matrix-Scheinwerfern behindert die Produktion. Das Problem zwingt das Unternehmen, betroffene Fahrzeuge direkt im Werk Leipzig nachzurüsten. Zwar wurde die genaue Anzahl der betroffenen Autos nicht bekannt gegeben, doch Branchenkreise sprechen von mehreren Hundert.
Dieser Rückschlag reiht sich in eine Serie von anhaltenden Störungen ein, die von Halbleiterknappheit, Lieferverzögerungen im Schiffsverkehr und den Folgen des Ukraine-Kriegs verursacht werden.
Der Engpass geht auf einen nicht namentlich genannten Zulieferer zurück, wobei Branchenberichte auf zentrale Akteure in Porsches Beleuchtungs-Lieferkette hinweisen. Zu den wahrscheinlichen Erstausstattern zählen Hella/Forvia und ZKW (LG Group), die deutsche Premium-Hersteller beliefern. Komponenten der zweiten Ebene – etwa LEDs und Halbleiter – stammen häufig von Unternehmen wie Osram/ams Osram und Infineon. Porsche selbst gibt jedoch keine detaillierte Aufschlüsselung seines Zulieferernetzwerks öffentlich bekannt.
Um die Krise zu bewältigen, hat Porsche innerhalb der Volkswagen Gruppe eine markenübergreifende Taskforce eingerichtet. Das Team arbeitet daran, Verhandlungen mit Zulieferern zu beschleunigen und Komplexität zu reduzieren. Trotz des Drucks stellt das Unternehmen kein zusätzliches Personal für die Nachrüstungen ein. Albrecht Riemold, Porsches Produktionschef, bezeichnete die aktuelle Lieferkettenlage als 'angespannt und unberechenbar'. Der Sportwagenhersteller prüft nun eine stärkere Standardisierung von Bauteilen über die VW-Marken hinweg. Ein Sprecher betonte, dass solche Maßnahmen die markante Produktidentität von Porsche nicht beeinträchtigen würden. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, den Rückstau zügig abzubauen. Die fehlenden Scheinwerfer werden direkt im Leipziger Werk nachgerüstet, um die Verzögerungen so schnell wie möglich zu beheben.
Die Scheinwerfer-Knappheit verschärft Porsches ohnehin schon angespannte Lieferkettenlage. Da keine Neueinstellungen geplant sind, setzt das Unternehmen auf interne Abstimmung und Nachrüstungen, um das Problem zu lösen. Die Situation unterstreicht die übergeordneten Herausforderungen in der Automobilproduktion, wo anhaltende Komponentenengpässe die Widerstandsfähigkeit der Hersteller weiterhin auf die Probe stellen.
