PKV-Verband begrüßt Apothekenreformen – doch Finanzierung bleibt unklar

Senta Scheel
Senta Scheel
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Eine Apotheke namens "The Generics Pharmacy" ist von Gebäuden, Strommasten, Kabeln, Werbetafeln, Topfpflanzen und Kraftfahrzeugen auf der Straße unter einem klaren blauen Himmel umgeben.Senta Scheel

PKV-Verband begrüßt Apothekenreformen – doch Finanzierung bleibt unklar

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat seine Position zu den jüngsten Gesundheitsreformen dargelegt, die Apotheken in Deutschland betreffen. Zwar begrüßt der Verband einige der Änderungen, äußert jedoch Bedenken hinsichtlich der Finanzierung, der Wirksamkeit und des Umfangs der neuen pharmazeutischen Dienstleistungen.

Die Stellungnahme folgt auf das 2023 verabschiedete Versorgungsstärkungsgesetz (VOASG), das die Aufgaben von Apotheker:innen erweitert – etwa in den Bereichen Prävention, Früherkennung von Krankheiten und Patientenberatung. Dazu gehören auch Impfbefugnisse sowie die Notfallabgabe von Medikamenten in bestimmten Fällen.

Der PKV-Verband zeigte sich erfreut über Teile des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG), das Apotheken als zentrale Akteure im Gesundheitswesen stärken soll. Er unterstützte insbesondere die Ausweitung der Impfleistungen sowie die einmalige Notfallversorgung mit verschreibungspflichtigen Langzeitmedikamenten ohne Rezept. Gleichzeitig hinterfragte der Verband, ob die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel in akuten Situationen in der Praxis funktionieren werde.

Kritik übte der Verband an der unklaren Finanzierung der neuen pharmazeutischen Dienstleistungen. Das aktuelle System trage die Reformen nicht ausreichend mit, so die Argumentation. Gefordert wurde ein eigenes Finanzierungsmodell, da sonst Dienstleistungen wie Medikationsmanagement-Beratungen oder digitale Gesundheitsangebote ihre Wirkung verfehlen könnten.

Daten aus den Jahren 2023 bis 2026 zeigen eine steigende Nachfrage nach bestimmten pharmazeutischen Leistungen, insbesondere im Bereich Medikationsmanagement und digitale Gesundheit. Allerdings wies der PKV-Verband darauf hin, dass offizielle Statistiken lückenhaft seien und regional stark variierten. Bevor weitere Ausweitungen erfolgen, müsse eine fundierte Evaluation stattfinden – etwa dazu, ob Beratungen zu Verhaltensrisiken Patienten tatsächlich helfen.

Bei der Preisgestaltung lobte der Verband neue Regelungen für Rezepturarzneimittel, bestand jedoch darauf, in künftige Diskussionen einbezogen zu werden. Zudem forderte er gesetzliche Änderungen, um Einzelabrechnungen für privatversicherte Patient:innen zu ermöglichen – ein Schritt, der laut Verband die Flexibilität der Leistungen erhöhen würde.

Die Reaktion des PKV-Verbands zeigt sowohl Unterstützung als auch Skepsis gegenüber den Apothekenreformen. Zwar befürwortet er die stärkere Einbindung von Apotheker:innen in Impfungen und Notfallversorgung, verlangt aber klare Finanzierungskonzepte und Nachweise über den Patientennutzen. Zudem pocht der Verband auf mehr Mitsprache bei Preisfestlegungen und Abrechnungsregeln für Privatversicherte.

Ohne diese Anpassungen, so die Warnung, könnten die Reformen ihre Ziele verfehlen.

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