Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerströme in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch warum?
Rund ein Fünftel der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt pendelt mittlerweile über die Landesgrenzen hinweg zur Arbeit. Stand Juni 2025 waren es etwa 148.000 Einwohner, die in andere Bundesländer auspendelten – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig ging auch die Zahl der Arbeitnehmer zurück, die in das Land kommen, was die allgemeinen Verschiebungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt widerspiegelt.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen leichten Rückgang sowohl beim Zu- als auch beim Wegpendeln. Im vergangenen Monat arbeiteten rund 148.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt in anderen Bundesländern – etwa 600 weniger als noch 2024. Die beliebtesten Ziele der Pendler waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Die meisten von ihnen waren Fachkräfte in den Bereichen Fertigung, Einzelhandel, Kfz-Instandhaltung, Logistik und Baugewerbe.
Gleichzeitig kamen weniger Beschäftigte aus anderen Regionen nach Sachsen-Anhalt. Etwa 75.700 Arbeitnehmer pendelten in das Land ein, vor allem aus Sachsen, Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Weitere 5.400 reisten aus dem Ausland an. Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang auf das verlangsamte Beschäftigungswachstum der letzten Jahre zurück.
Zwischen 2020 und 2025 durchlief Sachsen-Anhalt tiefgreifende wirtschaftliche Veränderungen. Investitionen in Logistikstandorte – etwa die Amazon- und DHL-Zentren in der Nähe von Magdeburg und Halle – steigerten die Nachfrage nach Arbeitskräften. Auch Projekte im Bereich erneuerbare Energien, wie Wind- und Solarparks, schufen neue Arbeitsplätze, ebenso wie der Ausbau der Automobilzulieferindustrie. Die Arbeitslosenquote sank im selben Zeitraum von 7,5 auf 5,2 Prozent. Allerdings hatten Branchen wie der Einzelhandel und Kfz-Dienstleistungen mit der Konkurrenz durch Online-Angebote und niedrigen Löhnen zu kämpfen, was zu einigen Arbeitsplatzverlusten führte.
Der leichte Rückgang beim grenzüberschreitenden Pendeln steht im Zusammenhang mit veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zwar hat Sachsen-Anhalt in den Bereichen Logistik, erneuerbare Energien und Fertigung Arbeitsplätze geschaffen, doch die schwächere Entwicklung in anderen Sektoren hat die Gesamtbewegungen auf dem Arbeitsmarkt verringert. Das Land zieht zwar weiterhin Arbeitskräfte aus den Nachbarregionen an, allerdings in geringerem Umfang als in den Vorjahren.