07 May 2026, 06:22

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT und KI gegen digitale Kriminalität

Ein Mann mit einem freundlichen Lächeln im Anzug und Krawatte mit einem unscharfen Hintergrund neben dem Text "Teil des starken Städtenetzwerks zu sein bedeutet, dass ich Zugang zu Wissen und Werkzeugen habe, um gewalttätigen Extremismus in Frage zu stellen."

NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT und KI gegen digitale Kriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode, bei der Beweismaterial aus öffentlich zugänglichen digitalen Quellen gesammelt wird. Die Behörden stocken ihre Teams auf, modernisieren die Technik und führen spezialisierte Schulungen ein, um mit der zunehmenden digitalen Kriminalität Schritt zu halten.

Die OSINT-Einheit beim Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat sich rasant entwickelt. Was einst mit zwei Mitarbeitern begann, ist heute unter der Abteilung 22.2 auf 16 Fachkräfte angewachsen. Fabian Coenen, der die Einheit leitet, erklärt, dass sie als Koordinationsstelle für sechs Staatsschutzbehörden dient. Zu ihren Aufgaben gehören die Steuerung der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Sicherstellung einheitlicher Standards in allen Einsatzbereichen.

Doch die Initiative beschränkt sich nicht auf Personalaufstockung. Die Polizei hat digitale Streifen, verdeckte Online-Ermittlungen und KI-gestützte Arbeitsplätze eingeführt. Diese Maßnahmen sollen die Effizienz und Präzision bei der Verfolgung digitaler Bedrohungen deutlich verbessern.

Ein zentraler Baustein der Expansion ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, Dozent bei der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), hat ein webbasiertes Schulungsprogramm entwickelt, um OSINT-Kenntnisse zu standardisieren. Sein zehnmoduliger Kurs deckt alles ab – von Grundlagenrecherche bis hin zu rechtssicheren Ermittlungsmethoden. Beamte lernen praxisnahe Techniken, etwa wie sie einen gesuchten Influencer über versteckte Standorthinweise in Social-Media-Posts aufspüren können.

Jannik Doktorowski, ein Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld, betont die Wirkung der neuen Ressourcen. Die professionelle Hardware und das strukturierte Training hätten die Einsatzsicherheit deutlich erhöht, so Doktorowski. Das Programm stelle sicher, dass Teilnehmer bereits nach wenigen Tagen voll einsatzfähig seien und dringende Ermittlungen unterstützen könnten.

Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Spuren sichert und nutzt. Mit erweiterten Teams, modernster Technik und standardisierten Schulungen sind die Beamten besser gerüstet, um den Herausforderungen der heutigen Kriminalität zu begegnen. Ziel der Maßnahmen ist es, Reaktionszeiten zu verkürzen und die Beweissicherung in digitalen Ermittlungen zu stärken.

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