Neue Rückforderungswelle: Sächsische Unternehmen zahlen Millionen für Pandemiehilfen zurück
Senta ScheelMehr als 100 Millionen Euro an Coronavirus-Hilfsmitteln zurückgezahlt - Neue Rückforderungswelle: Sächsische Unternehmen zahlen Millionen für Pandemiehilfen zurück
Tausende Unternehmen und Selbstständige in Sachsen haben im Jahr 2024 rund 105 Millionen Euro an COVID-19-Nothilfen zurückerstattet. Nun erhalten viele neue Forderungen zur Rückzahlung weiterer Beträge – was Sorgen über die finanzielle Belastung schürt. Ein lokaler Abgeordneter hat gefordert, diese Rückforderungsmaßnahmen zu stoppen, doch bisher gab es keine offiziellen Anträge auf Aussetzung.
Im Jahr 2025 verschickten die sächsischen Behörden etwa 31.100 Rückforderungsbescheide für Pandemiehilfen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den 1.200 Bescheiden des Vorjahres. Dieser starke Zuwachs folgt auf die bereits im Jahr 2024 geleisteten Rückzahlungen in Höhe von 105 Millionen Euro, als Unternehmen und Solo-Selbstständige alte Schulden beglichen.
Im vergangenen Sommer hatten die Behörden Entlastungsmaßnahmen eingeführt, um die Belastung zu verringern. Dazu gehörten eine sechsmonatige zinsfreie Rückzahlungsfrist sowie flexible Ratenpläne. Seither wurden rund 3.100 Anträge auf Fristverlängerung gestellt, von denen 2.200 bewilligt wurden.
Der BSW-Abgeordnete Jens Hentschel-Thöricht kritisiert die anhaltenden Rückforderungsbemühungen scharf. Er argumentiert, dass die Forderungen das Überleben kleiner Unternehmen gefährdeten, die sich noch immer von den Folgen der Pandemie erholten. Bisher gibt es jedoch keine offiziellen Forderungen nach einem Stopp der Rückzahlungen von anderen Gruppen oder Personen in der Unternehmensregister.
Der starke Anstieg der Rückforderungsbescheide stellt einen deutlichen Bruch zu den Vorjahren dar. Zwar nutzen einige Unternehmen bereits die angebotenen Entlastungsmöglichkeiten, doch viele stehen weiterhin unter finanziellem Druck. Die Behörden setzen die Rückforderungen unvermindert durch – trotz politischer Kritik.






