Müller fordert CDU-AfD-Bündnis und löst damit politische Kontroverse aus
Gabriel HethurMüller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Müller fordert CDU-AfD-Bündnis und löst damit politische Kontroverse aus
Theo Müller, Gründer der Molkerei Müller und CSU-Mitglied, hat mit seiner Forderung an die CDU, in Baden-Württemberg eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD in Betracht zu ziehen, eine Debatte ausgelöst. Seine Äußerungen erfolgen nach der Landtagswahl, die Grüne und CDU mit jeweils 56 Sitzen gleichauf enden ließ – und damit die Frage aufwirft, wie die nächste Regierung gebildet werden soll.
Die CDU lehnt jede Koalition oder Unterstützung durch die AfD trotz Müllers Andeutung, eine solche Partnerschaft könnte tragfähig sein, kategorisch ab.
Bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg behielten die Grünen knapp die Führung mit 30,2 Prozent der Stimmen (2021: 32,6 Prozent), während die CDU mit 29,7 Prozent (2021: 24,1 Prozent) aufschloss. Die AfD verdoppelte fast ihre Unterstützung auf 18,8 Prozent. Die SPD stürzte dagegen auf 5,5 Prozent ab, und sowohl FDP als auch die Linke verfehlten den Einzug in den Landtag.
Da Grüne und CDU jeweils über 56 Sitze verfügen, galt eine Fortsetzung ihrer bisherigen Koalition als wahrscheinlichste Lösung. Müller jedoch argumentierte, die CDU solle sich nicht "zur zweiten Geige" unter Cem Özdemir, dem Grünen-Co-Vorsitzenden, degradieren lassen. Stattdessen schlug er ein "schwarz-blaues" Bündnis – also eine Koalition aus CDU und AfD – vor oder zumindest eine Duldung der AfD, um eine Regierung zu bilden.
Müller ist für umstrittene Aussagen zur AfD bekannt. So traf er sich bereits mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel in Cannes und lobte Markus Frohnmaier, den Spitzenkandidaten der AfD in Baden-Württemberg. Mit seinem jüngsten Vorstoß stellt er sich gegen die offizielle Linie der CDU, die jede Zusammenarbeit mit der Rechtspopulisten ablehnt.
Das Wahlergebnis hinterlässt Baden-Württemberg mit einem Patt im Parlament und zwingt Grüne und CDU zu neuen Koalitionsverhandlungen. Müllers Vorschlag einer AfD-Beteiligung wurde von der CDU zurückgewiesen, doch seine Worte spiegeln die anhaltenden Spannungen innerhalb konservativer Kreise wider. Die endgültige Regierungsbildung wird zeigen, ob die Koalition von Grünen und CDU fortgesetzt wird – oder ob alternative Lösungen gefunden werden müssen.