14 March 2026, 12:25

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein Schwarz-Weiß-Porträt von Carl Graf Bruhl, einem General des Deutschen Reichs, in einem medalienbesetzten Mantel, mit einem Textdokument unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende Figur der belarussischen Proteste von 2020, ist mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen angesichts von Repression. Die Preisverleihung fand am Samstag in einem feierlichen Akt im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Der diesjährige Hauptpreisträger ist jedoch Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und Italiens Ex-Ministerpräsident. Der Karlspreis wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Einheit und die Werte Europas verdient gemacht haben.

Kolesnikowa war zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden, weil sie sich gegen den autoritären Machthaber von Belarus, Alexander Lukaschenko, gestellt hatte. Ihre Inhaftierung folgte auf die Massenproteste im Jahr 2020 gegen Lukaschenkos umstrittene Wiederwahl. Die Preisjury lobte ihren "außergewöhnlichen Mut" bei der Verteidigung demokratischer Rechte.

Die Verleihungszeremonie fand in Aachen statt, der historischen deutschen Stadt, in der der Karlspreis traditionell überreicht wird. Kolesnikowa nahm die Auszeichnung persönlich entgegen, obwohl ihre rechtliche Situation in Belarus weiterhin ungeklärt bleibt. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderem Angela Merkel und Emmanuel Macron, die für ihre Verdienste um Europa geehrt wurden.

Kolesnikowas Fall hatte internationale Aufmerksamkeit erregt, nachdem sie wegen ihrer Rolle in den Protesten inhaftiert worden war. Die Auszeichnung rückt ihren anhaltenden Kampf in den Fokus – auch wenn der diesjährige Preis die wirtschaftliche und politische Führungsrolle Draghis in den Vordergrund stellt.

Der Karlspreis lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf Kolesnikowas Einsatz für die Demokratie in Belarus. Die Ehrung erfolgt Jahre nach ihrer Inhaftierung und unterstreicht die Beharrlichkeit der Oppositionsbewegungen. Der Preis des Jahres 2024 hingegen würdigt Draghis prägenden Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Landschaft Europas.

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