19 March 2026, 16:32

Kulturminister Weimer löst mit Buchhandels-Ausschluss bundesweiten Eklat aus

Plakat für die Internationale Buchkunstausstellung Leipzig 1927 mit einem offenen Buch mit fetter Schrift und einer goldenen Krone oben drauf.

Buhrufe und Kritik für Wolfram Weimer in Leipzig - Kulturminister Weimer löst mit Buchhandels-Ausschluss bundesweiten Eklat aus

Kulturminister Wolfram Weimer löst mit Ausschluss linker Buchhandlungen Empörung aus

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse sorgte Deutschlands Kulturminister Wolfram Weimer für einen Eklat. Seine Entscheidung, drei linksgerichtete Buchhandlungen von einer renommierten Auszeichnung auszuschließen, führte zu Protesten, Zwischrufen und schließlich sogar zur Absage der Preisverleihung. Kritiker warfen ihm vor, die Meinungsfreiheit einzuschränken und politisch unzulässig Einfluss zu nehmen.

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Der Streit eskalierte im März 2026, als Weimer die Buchhandlungen Zur schwankenden Weltkugel in Berlin, The Golden Shop in Bremen und Rote Straße in Göttingen von der Vergabe des Deutschen Buchhandelspreises ausschloss. Als Begründung führte er "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" an. Der Schritt stieß beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf scharfe Verurteilung – der Verband warf Weimer vor, gezielt linke Positionen zu unterdrücken.

Bei der Eröffnungsfeier der Messe buhten Teile des Publikums Weimer aus, während Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung ihn mit spürbarer Kühle empfing. Vor der Gewandhaus-Konzerthalle demonstrierten Hunderte für seinen Rücktritt und bezeichneten ihn als "Kulturkampfminister". Die Welle der Empörung verstärkte sich, als Weimer zudem 7 Millionen Euro für den Ausbau des Leipziger Standorts der Deutschen Nationalbibliothek einfror – eine Entscheidung, die Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) öffentlich kritisierte.

In seiner Rede berief sich Weimer auf den Philosophen Jürgen Habermas und rief zu Dialog und Konsens auf. Später schlug er dem Buchhändlerverband vor, die Auszeichnung gemeinsam zu "reaktivieren". Doch trotz seiner Appelle an die Einheit zwang der anhaltende Protest ihn, die gesamte Preisverleihung abzusagen. Die Affäre vertiefte die Gräben zwischen Staatsvertretern, Buchbranche und Kultureinrichtungen. Viele in der Szene solidarisierten sich gegen das, was sie als politische Einmischung wahrnahmen.

Die Folgen von Weimers Entscheidungen halten die Buchbranche in Atem: Die Preisverleihung bleibt abgesagt, der Ausbau der Leipziger Bibliothek schwebt in der Schwebe. Unterdessen reißen die Debatten über Zensur, Extremismus und die Rolle des Staates in der Kultur nicht ab.

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