29 March 2026, 16:29

Kohleausstieg in Gefahr: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen

Menschen mit einem 'Fuck You Coal'-Schild vor dem Reichstag in Berlin, mit Bäumen, einer Flagge und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Kohleausstieg in Gefahr: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen

Deutschlands geplanter Kohleausstieg könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Verlängerung des Betriebs bestehender Kraftwerke ins Spiel gebracht hat. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund von Befürchtungen über Energieengpässe und der Notwendigkeit, die Stromversorgung für Schlüsselindustrien zu sichern. Der Vorschlag stößt bereits auf Kritik der Grünen, die an der Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans festhalten wollen.

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Nach aktuellem Stand sollen Deutschlands verbleibende 74 Kohlekraftwerke – sowohl Steinkohle- als auch Braunkohleanlagen – bis 2038 vom Netz gehen. Die Bundesregierung hat im Rahmen der Ausstiegsvereinbarung bereits rund 1,75 Milliarden Euro als Entschädigung an LEAG, einen der großen Energieversorger in der Lausitz, gezahlt. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Kapazitäten im Bereich erneuerbare Energien aus, mit Fokus auf Wind- und Solarstrom.

Merz argumentierte, dass einige Kohlekraftwerke länger in Betrieb bleiben müssten, um Versorgungslücken zu vermeiden. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um den Übergang zu unterstützen. Seine Aussagen deuten auf eine mögliche Kurskorrektur in der Energiepolitik hin, die den Kohleausstieg weiter nach hinten verschieben könnte.

Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), sich gegen Verzögerungen zu stemmen. Sie betonten, wie wichtig Planungssicherheit für die Beschäftigten und die Fortführung von Investitionen in den Strukturwandel seien – besonders in den vom Kohleabbau abhängigen Regionen.

Eine Verschiebung des Kohleausstiegs hätte Auswirkungen auf die deutsche Energiestrategie und die Klimaziele zur Reduzierung der CO₂-Emissionen. Auch die Entschädigungsvereinbarung mit LEAG und die Ausbaupläne für erneuerbare Energien des Unternehmens könnten infrage stehen. Aktuell dreht sich die Debatte darum, wie sich Versorgungssicherheit mit den langfristigen Klimazielen in Einklang bringen lässt.

Quelle