Klimafonds der Bundesregierung: Nur 5 Prozent fließen in echte Investitionen
Gesa EigenwilligKlimafonds der Bundesregierung: Nur 5 Prozent fließen in echte Investitionen
Deutschlands "Sondervermögen Klima und Transformation" gerät in die Kritik
Der im März 2025 unter Bundeskanzler Olaf Scholz aufgelegte "Sonderfonds für Klima und Infrastruktur" steht wegen seiner Finanzverwaltung in der Kritik. Eine neue Studie des ifo Instituts zeigt, dass lediglich 5 Prozent der Ausgaben des Fonds tatsächlich zu einer Erhöhung der öffentlichen Investitionen führten. Die restlichen 95 Prozent wurden stattdessen einfach aus bestehenden Haushalten umgeschichtet – statt neue Projekte zu finanzieren.
Der Fonds nahm 2025 24,3 Milliarden Euro auf, doch nur 1,3 Milliarden Euro flossen in tatsächlich neue Bundesinvestitionen. Die Forscher stellten fest, dass das meiste Geld genutzt wurde, um geplante Investitionen im regulären Haushalt zu kürzen. Dadurch wurden Mittel für andere, weniger produktive Ausgaben freigemacht.
Wirtschaftsexperten, darunter Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, üben scharfe Kritik an diesem Vorgehen. Fuest argumentiert, dass die Regierung, wenn sie schon Kredite aufnehmen wolle, stattdessen nicht priorisierte Ausgaben stürzen und sich auf die Steigerung von Investitionen konzentrieren solle. Gleichzeitig fordern Politiker und Wissenschaftler weiterhin höhere Steuern, um öffentliche Leistungen zu finanzieren – obwohl Deutschland bereits jetzt zu den Ländern mit der höchsten Steuerlast weltweit zählt.
Die Studie wirft zudem grundsätzliche Probleme bei den Staatsausgaben auf. So fließt etwa die Wohnungsbauabgabe zwar in die Sozialversicherungsbeiträge, finanziert aber längst keinen Wohnungsbau mehr. Ähnlich werden Spritsteuereinnahmen dem allgemeinen Haushalt zugeführt, während Straßenbauprojekte über eine separate Pkw-Maut finanziert werden. Bei einer Staatsquote von rund 56 Prozent des BIP – fünf Prozentpunkte über dem historischen Durchschnitt Deutschlands – warnen Ökonomen, dass ein solches Niveau die privatwirtschaftlich getriebene Konjunktur belasten könnte.
Trotz dieser Bedenken zeigt die Politik jedoch kaum Bereitschaft, Ausgaben zu kürzen.
Die Erkenntnisse legen nahe, dass weder Steuererhöhungen noch eine höhere Kreditaufnahme automatisch zu besseren öffentlichen Leistungen führen. Stattdessen deutet die Analyse des ifo Instituts auf ein Muster der Umwidmung bestehender Mittel hin – nicht auf eine Ausweitung der Investitionen. Ohne Pläne zur Haushaltskonsolidierung bleibt die Debatte, wie essentielle Dienstleistungen finanziert und gleichzeitig Wirtschaftswachstum gesichert werden kann, weiter ungelöst.






