29 April 2026, 12:25

Grüne fordern radikale Reformen: Gesundheitskosten, Steuern und Heizungsausstieg im Fokus

Alte deutsche Banknote mit grünem Stempel und bedrucktem Nennwerttext auf altem Papier.

Grüne fordern radikale Reformen: Gesundheitskosten, Steuern und Heizungsausstieg im Fokus

Die Grünen haben ein Paket mutiger finanzieller und sozialer Reformen vorgestellt, das das Gesundheitswesen, die Steuerpolitik und die Energieversorgung grundlegend umgestalten soll. Zu den Vorschlägen gehört, dass gesetzliche Krankenkassen die medizinischen Kosten für Bürger:innen, die Grundsicherung beziehen, nicht mehr übernehmen sollen – eine Maßnahme, die laut Partei jährlich 12 Milliarden Euro einsparen würde.

Geplant sind zudem neue Steuern auf Luxusgüter, strengere Kontrollen bei der Arzneimittelpreisfestsetzung sowie Anreize, um fossile Heizsysteme schrittweise abzuschaffen.

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Kernstück der Gesundheitsreform ist der Ausschluss von Grundsicherungsempfänger:innen aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Grünen argumentieren, dies würde die Ausgaben um 12 Milliarden Euro pro Jahr senken. Zudem sollen die Versicherungsbeiträge ab 2025 um zwei Prozentpunkte reduziert werden, um die Finanzierung zu stabilisieren.

Um die finanzielle Belastung abzufedern, schlägt die Partei eine Krisenpauschale von 100 Euro für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen vor. Weitere Unterstützung soll es durch einkommensabhängige Zuschüsse für Elektrofahrzeuge und ein Förderprogramm zum Austausch von Öl- und Gasheizungen geben.

Die Finanzierung dieser Maßnahmen soll über höhere Steuern erfolgen. Die Grünen fordern eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne, eine Luxusabgabe auf Privatjet-Flüge und First-Class-Tickets sowie eine strengere Besteuerung von Immobilien- und Kryptowährungsgewinnen. Zudem wollen sie gesundheitsschädliche Produkte stärker belasten und durch Druck auf Pharmakonzerne die Arzneimittelpreise senken – was jährlich bis zu 5 Milliarden Euro einsparen könnte.

Die Kritik an der aktuellen Regierung fiel scharf aus. Katharina Dröge, Co-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, bezeichnete deren Arbeit als "ein Chaos, ein Desaster und eine Enttäuschung" und nannte ihr Handeln "unertraglich" und "peinlich". Ihre Mitvorsitzende Britta Haßelmann betonte unterdessen die Notwendigkeit, vor den anstehenden Landtagswahlen der Spaltungspolitik entgegenzuwirken.

Die Klausurtagung der Partei löste zudem Spekulationen über künftige Bündnisse aus. Die Einladung von Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, nährte Diskussionen über eine mögliche schwarz-grüne Koalition.

Die Pläne der Grünen würden den Zugang zur Gesundheitsversorgung neu regeln, neue Steuern einführen und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Versicherungskosten senken, während gleichzeitig der finanzielle Druck auf Spitzenverdiener:innen und Unternehmen steigt. Die scharfe Kritik der Partei an der Regierung deutet auf eine verschärfte Opposition im Vorfeld der wichtigen Wahlen hin.

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