Gewaltwelle gegen Bahnmitarbeiter: Tödliche Angriffe erschüttern Deutschland

Senta Scheel
Senta Scheel
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Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Zugs auf dem Titelblatt, darunter der Text 'Reglamento de Conductor' und ein Stempel auf der rechten Seite.Senta Scheel

Gewaltwelle gegen Bahnmitarbeiter: Tödliche Angriffe erschüttern Deutschland

Eine Serie gewalttätiger Angriffe auf Bahnmitarbeiter in Deutschland hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit in Zügen verstärkt. Allein im vergangenen Jahr wurden über 3.000 Vorfälle gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn registriert. Im Schnitt kam es täglich zu fünf körperlichen Übergriffen und vier Bedrohungen.

Bei jüngsten Attacken wurden Mitarbeiter schwer verletzt – in einem Fall sogar tödlich. Zwei separate Vorfälle im Februar 2026 haben bundesweit für Aufsehen gesorgt, bei denen beide Opfer während routinemäßiger Ticketkontrollen angegriffen wurden.

In einem Zug zwischen Stuttgart und Crailsheim wurde eine 42-jährige Zugbegleiterin makedonischer Herkunft von einem Schwarzfahrer überfallen. Der 21-jährige Tatverdächtige spuckte ihr auf das Bein und versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, bevor er floh. Der Angriff ereignete sich, nachdem sie ein Bußgeld verhängt und ihn um seinen Ausweis gebeten hatte.

Die Zugbegleiterin erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete über den Vorfall, erwähnte jedoch weder die pakistanische Staatsangehörigkeit des Verdächtigen noch die Herkunft der Geschädigten.

Nur wenige Tage zuvor war es in der Nähe von Landstuhl in Rheinland-Pfalz zu einem brutalen Angriff auf einen weiteren Bahnmitarbeiter gekommen, der um sein Leben kämpfen musste. Serkan Çalar, ein 36-jähriger Fahrkartenkontrolleur türkischer Abstammung, wurde von einem Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis mehrfach mit Schlägen gegen den Kopf verletzt. Der 26-jährige griechische Täter ohne festen Wohnsitz wurde später in Gewahrsam genommen.

Çalar erlag den Folgen einer durch den Angriff verursachten Hirnblutung. Sein Vater erlitt bei der Nachricht einen Herzinfarkt.

Offizielle Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen einen deutlichen Anstieg der Gewalt gegen Verkehrsmitarbeiter. Das Bundesinnenministerium verzeichnete 2.987 Beschäftigte als Opfer von Straftaten – im Schnitt acht Vorfälle pro Tag.

Die beiden Angriffe im Februar setzen eine besorgniserregende Entwicklung fort: Die Gewalt in deutschen Zügen nimmt immer brutalere Formen an. Mitarbeiter der Deutschen Bahn sehen sich täglich Risiken ausgesetzt, wenn sie die Einhaltung der Beförderungsbedingungen durchsetzen. Bislang haben die Behörden noch keine neuen Maßnahmen als Reaktion auf die jüngsten Todesfälle und Verletzungen angekündigt.

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