Gasspeicher in Deutschland sinken auf Rekordtief – droht eine Energiekrise?
Gesa EigenwilligOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiepreise - Gasspeicher in Deutschland sinken auf Rekordtief – droht eine Energiekrise?
Deutschlands Gasspeicherstände auf besorgniserregendem Tiefstand
Die Gasreserven in Deutschland sind auf ein alarmierendes Niveau gesunken: Stand 20. Februar 2026 liegen sie bei nur noch 20,7 Prozent. Damit fallen sie nicht nur deutlich hinter den Wert des Vorjahres (44 Prozent zur gleichen Zeit) zurück, sondern unterschreiten sogar das bisherige Winterminimum von 23 Prozent Ende März 2025. Vor diesem Hintergrund hat Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies dringende Bedenken zur Energiesicherheit des Landes geäußert.
Lies warnte vor dem rasanten Rückgang der Gasvorräte mit Blick auf den nahenden Winter und betonte, dass die aktuellen Bestände kaum Spielraum für unerwartete Engpässe ließen. Er setzt sich vehement für den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven ein, das zwar zunächst für den Import von Erdgas konzipiert ist, langfristig aber auch für klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden könnte. Diversifizierung bleibe oberste Priorität – so fordert er eine Ausweitung der Bezüge aus Norwegen, den Niederlanden sowie die Erschließung inländischer Quellen wie der Nordsee.
Kritik übte der Ministerpräsident zudem an der wiederaufgeflammten Debatte über Atomkraft. Eine Rückkehr zu dieser Technologie könnte seiner Meinung nach das Vertrauen der Bevölkerung erschüttern und die Planungsicherheit der Industrie gefährden. Stattdessen plädiert er dafür, alle realistischen Alternativen zu prüfen – von marktbasierten Lösungen bis hin zu strategischen Reserven. Einige Expert:innen, wie die Energieökonomin Ines, schlagen vor, einen Puffer von 78 Terrawattstunden anzulegen, um mögliche VersorgungsSchocks abzufedern.
Doch nicht nur die Gasversorgung bereitet Lies Sorgen: Er prangerte auch die explodierenden Spritpreise an und forderte die Mineralölkonzerne auf, die hohen Kosten an den Tankstellen zu senken. Zudem warnte er, dass die Spannungen mit dem Iran die Energiemärkte weiter destabilisieren könnten. Die Bundesregierung müsse sich auf alle denkbaren Szenarien vorbereiten, so sein Appell.
Bundesebene hat zwar das gesetzliche Füllziel für die Gasspeicher von zuvor 90 auf nun 70 Prozent bis November gesenkt. Angesichts der aktuellen Bestände, die deutlich unter früheren Richtwerten liegen, steht die Politik jedoch unter Druck, die Versorgung über LNG-Infrastruktur und internationale Partnerschaften abzusichern. Die Forderungen von Lies spiegeln dabei eine breitere Sorge wider: um Bezahlbarkeit, Stabilität und eine resilientere Energiepolitik.






