Finanzkrise in Sachsen: Kommunen am Rande des Kollapses – Grüne fordern radikale Reformen

Senta Scheel
Senta Scheel
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Eine alte Postkarte, die eine Straßenansicht in Deutschland mit Gebäuden, Bäumen, Fahrzeugen, Menschen, Pfählen und einem bewölkten Himmel zeigt, zusammen mit etwas handgeschriebenem Text.Senta Scheel

Grüne fordern kommunale Reform: Keine Patchwork-Lösungen mehr - Finanzkrise in Sachsen: Kommunen am Rande des Kollapses – Grüne fordern radikale Reformen

Kommunen in ganz Deutschland steuern auf eine verschärfte Finanzkrise zu – mit einem Rekorddefizit von voraussichtlich über 30 Milliarden Euro im Jahr 2025. In Sachsen wie in anderen Bundesländern stehen zahlreiche Gemeinden wegen jahrelanger Unterfinanzierung mittlerweile vor dem Kollaps. Die Grünen fordern angesichts der dramatischen Lage nun dringend strukturelle Reformen, um weiteren Schaden abzuwenden.

Die finanzielle Not der sächsischen Kommunen spiegelt einen bundesweiten Trend wider, auch wenn ein direkter Vergleich mit anderen Ländern aufgrund fehlender Daten schwierig bleibt. Zwar wurde das Problem zuletzt auch im Bundestag thematisiert – etwa durch einen im November 2025 abgelehnten Antrag zur Kommunalfinanzierung –, doch konkrete Zahlen zur Situation in Sachsen liegen weiterhin nicht vor.

Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende der Grünen im sächsischen Landtag, macht vor allem die chronische Unterfinanzierung als Ursache aus. Ihre Partei hält kurzfristige Lösungsansätze für unzureichend und pocht auf eine grundlegende Neuordnung der Kommunalfinanzen. Kern ihrer Forderungen ist das Prinzip "Wer bestellt, muss auch zahlen". Die Grünen verlangen, dass der Bund mehr Sozialkosten übernimmt und den Kommunen einen höheren Anteil an der Mehrwertsteuer zukommen lässt. Ohne solche Schritte werde sich die Krise weiter zuspitzen, warnen sie.

Die Forderungen kommen zu einer Zeit, in der Städte und Gemeinden in Sachsen und bundesweit mit steigenden Ausgaben und schrumpfenden Haushalten kämpfen. Viele stehen vor der drohenden Insolvenz, sofern die Finanzstrukturen nicht grundlegend reformiert werden.

Die Grünen setzen dabei auf nachhaltige Lösungen statt auf kurzfristige Hilfen. Ihr Konzept sieht vor, mehr finanzielle Verantwortung auf die Bundesebene zu verlagern und den Kommunen einen größeren Anteil an den Steuereinnahmen zu sichern. Ohne solche Reformen, so die Warnung, werde die Gefahr von Kommunalpleiten in Sachsen und im gesamten Land weiter wachsen.