Extreme Gebührenunterschiede: Was Gastwirte in Sachsen-Anhalt für Terrassen zahlen müssen
Gabriel HethurExtreme Gebührenunterschiede: Was Gastwirte in Sachsen-Anhalt für Terrassen zahlen müssen
Gastronomiebetriebe in Sachsen-Anhalt zahlen stark unterschiedliche Gebühren für Außenflächen
Eine aktuelle Vergleichsstudie zeigt: Die Kosten für eine 25 m² große Terrasse in zentraler Innenstadtlage reichen von null Euro bis über 1.000 Euro für die Hauptsaison. Die Ergebnisse lösen Forderungen aus, dass Kommunen ihre Gebührenpolitik für die Nutzung öffentlicher Flächen überdenken sollten.
Grundlage der Analyse war ein typisches Szenario: eine 25 m² große Gastflächennutzung in einer belebten Innenstadt von Mai bis September (153 Tage). Im Durchschnitt belaufen sich die Gebühren für eine solche Terrasse auf 328 Euro. Doch die tatsächlichen Kosten unterscheiden sich zwischen den Städten deutlich.
Am unteren Ende der Skala liegen Schönebeck und Zeitz mit nur 52 bzw. 56 Euro. Deutlich teurer wird es in Lutherstadt Wittenberg (750 Euro) und Halle (Saale) (700 Euro). Spitzenreiter ist Wernigerode mit 1.163 Euro – die höchste Gebühr in der Region. Dieser starke Anstieg geht auf eine Änderung aus dem Jahr 2023 zurück, die die Nutzungsentgelte für öffentliche Flächen in der Altstadt erhöhte und einen Zuschlag für Terrassen auf dem zentralen Marktplatz einführte.
Nicht alle Kommunen erheben solche Gebühren. Fünf Städte – Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben – haben die Terrassenabgaben komplett abgeschafft. Tatsächlich verzichtet mittlerweile jede fünfte untersuchte Kommune auf solche Kosten.
Der Bund der Steuerzahler hat sich zu Wort gemeldet und mahnt die lokalen Behörden zur Zurückhaltung. Laut seiner Einschätzung hätten Abschaffung der Terrassengebühren kaum spürbare Auswirkungen auf die Haushalte, da die Einnahmen in der Regel weniger als 0,05 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen.
Die großen Unterschiede bei den Gebühren zeigen, wie unterschiedlich die Städte mit den Kosten für Außengastronomie umgehen. Während einige Kommunen gar nichts verlangen, setzen andere auf hohe Abgaben – die Debatte über Fairness und finanzielle Belastung dürfte damit weitergehen. Aktuell tragen Gastwirte in Wernigerode die höchste Last, während Kollegen in fünf Städten überhaupt keine Terrassengebühren zahlen.






