16 March 2026, 10:27

Ex-Dombaumeisterin warnt vor Eintrittsgeld für Kölner Dom als "Verlust des kulturellen Erbes"

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, einer großen Tür und zahlreichen Skulpturen.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Ex-Dombaumeisterin warnt vor Eintrittsgeld für Kölner Dom als "Verlust des kulturellen Erbes"

Pläne zur Einführung eines Eintrittsgelds für den Kölner Dom stoßen auf scharfe Kritik der ehemaligen Dombaumeisterin. Barbara Schock-Werner, die einst die Restaurierung des Wahrzeichens leitete, warnte, dass eine Gebühr für Besucher dessen grundlegenden Charakter verändern würde. Der Dom, ein UNESCO-Weltkulturerbe, empfängt derzeit jährlich sechs Millionen Menschen – kostenlos.

Schock-Werner betonte, der Dom müsse frei zugänglich bleiben, und bezeichnete ihn als ein "missionarisches Angebot der Kirche". Sie unterstrich, dass seine gewaltigen Räume zur Ehre Gottes und nicht zur Einnahmeerzielung geschaffen wurden. Ein Eintrittsgeld, so ihre Befürchtung, würde den Dom eher zu einem Museum als zu einem Ort des Gebets und des gemeinsamen kulturellen Erbes machen.

Zudem äußerte sie Bedenken hinsichtlich der sozialen Folgen einer Eintrittsgebühr. Nur diejenigen, die es sich leisten könnten, würden den Dom dann besuchen – ärmere Einwohner und Touristen wären ausgeschlossen. Der Dom, so Schock-Werner, sei eng mit der Identität Kölns verbunden; für viele sei er untrennbar mit der Stadt verbunden.

Obwohl sie den Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln anerkennt, besteht Schock-Werner darauf, dass eine Eintrittsgebühr die spirituelle und kulturelle Bedeutung des Bauwerks untergraben würde. "Wenn wir anfangen, Geld zu verlangen, wird es nicht mehr unser Dom sein", erklärte sie. Die Verantwortlichen haben zwar noch keinen endgültigen Preis festgelegt, planen jedoch, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen finanziellen Notwendigkeiten und der historischen Rolle des Doms als offener, heiliger Ort. Sollte die Gebühr kommen, wäre dies ein einschneidender Wandel für eines der meistbesuchten religiösen Bauwerke Deutschlands. Die Entscheidung wird voraussichtlich prägen, wie Millionen von Menschen das Wahrzeichen in den kommenden Jahren erleben werden.

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