19 March 2026, 12:31

EU-Kürzungen bedrohen Existenz von über 1.000 Bauernhöfen in MV

Eine Poster-Karte der Vereinigten Staaten, die den Prozentsatz von Bauernmärkten zeigt, die SNAP-Guthaben in jedem Landkreis im Jahr 2013 akzeptieren.

Backhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - EU-Kürzungen bedrohen Existenz von über 1.000 Bauernhöfen in MV

Landwirte in ganz Europa stehen vor massiven finanziellen Unsicherheiten, da EU-Agrarsubventionen um Hundertmillionen gekürzt werden könnten. Aktuelle Gerichtsurteile haben zudem für Verwirrung bei den Vorschriften zu nitratbelasteten Gebieten gesorgt – viele Betriebe wissen nicht, wie es weitergehen soll. Allein in Mecklenburg-Vorpommern könnten über 1.000 Höfe von den geplanten Kürzungen betroffen sein.

Die Drohung der Mittelkürzungen folgt auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Jahr 2023. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die soziale Konditionalität ab 2025, Öko-Regelungen sowie drastische Kürzungen der Direktzahlungen nach 2027. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus warnte, dass seine Region jährlich mehr als 160 Millionen Euro verlieren könnte – ein Rückgang um 50 Prozent gegenüber den derzeitigen 151 Millionen Euro. Dies würde die ohnehin schon unter steigenden Kosten und regulatorischem Druck leidenden Betriebe zusätzlich stark belasten.

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Backhaus fordert dringend Anpassungen im Düngerecht, um den Landwirten klarere Vorgaben zu geben. Auf der anstehenden Agrarministerkonferenz wird er sich für Regelungen einsetzen, die rechtssicher und gleichzeitig praxistauglich sind. Zudem betonte er, dass die GAP nicht nur die Landwirtschaft finanziert, sondern auch die ländliche Entwicklung, die Infrastruktur und lokale Wirtschaft fördert.

Die geplanten Kürzungen zielen vor allem auf größere Betriebe ab – durch Deckelungen und degresive Staffeln. Gleichzeitig schlägt eine Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) vor, die Landwirtschaft ab 2028 in den EU-Emissionshandel (ETS) zu integrieren. Dieser marktbasierte Ansatz soll Bürokratie abbauen und externe Kosten abdecken, doch konkrete Alternativfinanzierungen der einzelnen EU-Staaten stehen noch aus.

Die Kürzungen sollen ab 2027 greifen, wobei Mecklenburg-Vorpommern zu den am stärksten betroffenen Regionen gehören würde. Die Landwirte warten nun auf die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz, wo sich Backhaus für fairere Regeln und stabile Fördergelder einsetzen wird. Ohne Nachbesserungen drohen vielen Betrieben finanzielle Engpässe, während die Subventionen schrumpfen und rechtliche Unsicherheiten bestehen bleiben.

Quelle