"Es reicht!" – Tausende fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärferen Mieterschutz

Gabriel Hethur
Gabriel Hethur
2 Min.
Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einer roten Fahne, auf der 'Corona-Krise/Kapitalismus' steht, durch eine Straße. Im Hintergrund sind geparkte Fahrzeuge, Gebäude und Bäume unter einem klaren blauen Himmel zu sehen.Gabriel Hethur

Mondpreise, Existenzkrise - Tausende bei Mietenprotest - "Es reicht!" – Tausende fordern in München bezahlbaren Wohnraum und schärferen Mieterschutz

Tausende Demonstranten gingen am Samstag in München auf die Straße, um mehr Mieterschutz und bezahlbaren Wohnraum zu fordern. Die unter dem Motto "Es reicht!"* abgehaltene Kundgebung spiegelte die wachsende Verärgerung über explodierende Mieten und Wohnungsnot in Deutschlands Großstädten wider. Die Veranstalter sprachen von 10.000 Teilnehmern, während die Polizei die Zahl auf 4.000 bis 5.000 schätzte.

München wurde als Protestort gewählt, weil der dortige Wohnungsmarkt besonders angespannt ist: In den letzten Jahren stiegen die Mieten um durchschnittlich 5 bis 7 Prozent pro Jahr. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch die Rentenpolitik des Bundes zwischen 2021 und 2026 begünstigt, darunter jährliche Rentenerhöhungen von 4 bis 6 Prozent sowie die Einführung der Grundrente 2021. Dadurch stieg die Kaufkraft älterer Haushalte – und mit ihr die Nachfrage nach Mietwohnungen in Städten wie München. Zum Vergleich: Andere europäische Metropolen wie Paris, London oder Amsterdam verzeichneten trotz ähnlicher demografischer Herausforderungen nur moderate Mietsteigerungen von 2 bis 4 Prozent, da dort strengere Regulierungen wie Mietpreisbremse gelten.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sprach vor den Demonstranten und erkannte die Wohnungsnot als drängendes Problem an. Er unterstützte die Forderungen nach politischen Maßnahmen, räumte jedoch ein, dass kommunale Anstrengungen allein den Mietpreisanstieg nicht stoppen könnten. Reiter forderte daher bundesweite Lösungen und richtete einen direkten Appell an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Zudem präsentierte er einen Zehn-Punkte-Plan zur Entschärfung der Krise.

Die Kundgebung richtete sich an Verantwortliche auf allen Ebenen und forderte Mietendeckel, Strafen für Leerstand sowie schärfere Kontrollen gegen Immobilienspekulation. Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, betonte: "Wohnen ist ein Grundrecht, keine Ware" – eine Aussage, die bei vielen Teilnehmern auf Zustimmung stieß. Millionen Menschen in Deutschland seien von unerschwinglichen Mieten oder Verdängung bedroht, warnten die Veranstalter.

Der Protest unterstrich die wachsende Kluft zwischen Einkommen und Wohnkosten in deutschen Städten. Während lokale Politiker wie Reiter auf Bundesreformen drängen, steigt der Druck auf die Regierung, die Mietpreisinflation und spekulative Praktiken einzudämmen. Die Forderungen der Demonstranten richten sich nun an Berlin, wo die Politik konkrete Schritte zur Lösung der Krise beschließen muss.

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