Digitaler Steuerbescheid kommt 2027 – doch viele müssen sich erst an ELSTER gewöhnen
Sibilla HartungDigitaler Steuerbescheid kommt 2027 – doch viele müssen sich erst an ELSTER gewöhnen
Deutschlands Umstieg auf ein vollständig digitales Steuerbescheid-System verzögert sich
Die geplante Einführung eines voll digitalisierten Steuerbescheid-Systems in Deutschland muss verschoben werden. Ursprünglich für einen früheren Zeitpunkt vorgesehen, soll die schrittweise Umsetzung nun 2027 im Rahmen des DIVA-Projekts beginnen. Damit vollzieht die Bundesrepublik einen wichtigen Schritt zur Modernisierung ihrer Steuerverwaltung.
Das neue System mit dem Namen DIVA (Digitaler Verwaltungsakt) verändert die Art und Weise, wie Steuerpflichtige ihre Bescheide erhalten. Ab 2027 werden die Mitteilungen automatisch in digitale Postfächer über das ELSTER-Portal zugestellt – so sieht es § 122a der Abgabenordnung vor. Wer eine Papierversion wünscht, muss diese ausdrücklich anfordern.
Sobald ein Bescheid vorliegt, können Steuerzahler ihn unmittelbar über ELSTER abrufen. Das beschleunigt die finanzielle Planung, da Verzögerungen durch den Postversand entfallen. Allerdings beginnt die Einspruchsfrist bereits mit der Zustellung ins digitale Postfach – selbst wenn der Empfänger die Nachricht noch nicht geöffnet hat.
Die Übergangsphase wurde verlängert, um allen Beteiligten ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen hinter Nachbarländern wie Österreich her. Die Behörden hoffen, dass die zusätzlichen Jahre Steuerpflichtigen, Beratern und Behördenmitarbeitern den Umstieg erleichtern.
Mit dem Start 2027 wird die digitale Zustellung zum Standard für Steuerbescheide. Steuerzahler sollten sich daher frühzeitig mit dem ELSTER-Portal vertraut machen, um ihre Unterlagen zu verwalten. Wer weiterhin auf Papier besteht, muss einen formellen Antrag stellen, um Fristversäumnisse zu vermeiden.






