Deutschland streicht elterliche Alkohol-Erlaubnis für 14- und 15-Jährige
Gesa EigenwilligDeutschland streicht elterliche Alkohol-Erlaubnis für 14- und 15-Jährige
Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht dies vor. Die geplante Änderung streicht eine Ausnahmeklausel, die es 14- und 15-Jährigen bisher erlaubte, unter elterlicher Aufsicht Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien treibt die Abschaffung des umstrittenen Modells der "kontrollierten Alkoholerziehung" für Minderjährige voran.
Die Novelle ist Teil einer umfassenden Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Sollte der Entwurf verabschiedet werden, markiert dies einen Wandel im Umgang Deutschlands mit Alkoholkonsum von Jugendlichen. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, das Jugendschutzgesetz zu ändern und die bestehende Regelung zu streichen, die Eltern oder Erziehungsberechtigten erlaubt, 14- und 15-Jährigen den Kauf und Konsum bestimmter alkoholischer Getränke zu gestatten. Behörden begründen den Schritt mit wachsenden Sorgen über Suchtprobleme bei jungen Menschen. Das Ministerium verweist auf Studien wie Ort & Merkel 2022, die ergaben, dass 8,7 % der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol trinken – viele beginnen bereits mit 15 Jahren.
Die öffentliche Debatte über Jugendalkohol ist in den letzten Jahren lauter geworden. Initiativen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin und die Allianz für Alkoholprävention fordern strengere Kontrollen, darunter höhere Preise, eine Anhebung des gesetzlichen Mindestalters auf 18 oder 21 Jahre sowie konsequentere Umsetzung der Regeln. Zwar geht der Alkoholkonsum bei der Generation Z zurück, doch Programme wie HaLT – Hart am Limit und Alkohol? Kenn Dein Limit warnen weiterhin vor den Risiken eines frühen Einstiegs.
Der Entwurf befindet sich derzeit in der Anhörung mit Beteiligten; eine Abstimmung im Bundestag wird noch vor Jahresende erwartet. Befürworter argumentieren, dass die Neuregelung gesundheitliche Risiken, Gewaltverhalten und Vernachlässigung im Zusammenhang mit Jugendalkohol verringern werde. Das Ministerium betont, wie wichtig präventive Maßnahmen für das Wohl junger Menschen seien. Wird das Gesetz verabschiedet, endet die elterliche Aufsicht als rechtliche Grauzone für den Alkoholkonsum von Teenagern. Die Reform spiegelt die größeren Bestrebungen wider, den Jugendschutz zu stärken und Suchtrisiken entgegenzuwirken. Die endgültige Entscheidung des Bundestags wird noch vor Jahresende erwartet.






