12 March 2026, 18:26

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Ausbaupläne für Hochregallager überraschend gestoppt

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Kein Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek - Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: Ausbaupläne für Hochregallager überraschend gestoppt

Pläne für großen Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gestoppt

Die geplante Errichtung eines Hochregallagers für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig wurde verworfen. Der geplante Speicherturm sollte die drängenden Platzprobleme lösen und eine nachhaltige Bewahrung des kulturellen Erbes ermöglichen. Bibliotheksvertreter kritisieren die Entscheidung scharf und warnen, dass die bestehenden Kapazitäten bereits jetzt an ihre Grenzen stoßen.

Am Standort Leipzig werden täglich rund 13.100 neue Werke erfasst – davon 3.300 in physischer Form und 9.800 als digitale Einreichungen. Trotz dieses hohen Aufkommens ist der Lagerraum der Bibliothek nahezu erschöpft, sodass Bestände in ein Ausweichdepot nach Frankfurt ausgelagert werden müssen.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Einrichtung ihre digitalen Aktivitäten deutlich ausgebaut: Die Speicherkapazität wurde von 10 auf über 20 Petabyte verdoppelt, und Systeme wie das DNB-Digitale Depot wurden modernisiert. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen, darunter ein jährliches Datenwachstum von 30 Prozent, rechtliche Konflikte um Urheberrecht und Datenschutz sowie steigende Kosten für Speicherinfrastruktur und KI-gestützte Qualitätsprüfungen.

Kulturminister Wolfram Weimer setzt sich für einen Übergang zu einem überwiegend digitalen Pflichtexemplarsystem ein, um die Abhängigkeit von physischen Medien zu verringern. Die Bibliothek argumentiert jedoch, dass der gestrichene Neubau dringend benötigten, langfristigen Stauraum auf energieeffiziente und nachhaltige Weise geschaffen hätte.

Ohne den geplanten Speicherturm muss die Deutsche Nationalbibliothek ihre Bestände weiter unter beenigten Bedingungen verwalten. Die Entscheidung lässt die Frage nach ausreichendem physischen Platz ungeklärt – selbst wenn die digitalen Systeme ausgebaut werden. Nun steht die Einrichtung vor der Aufgabe, das wachsende Einreichungsvolumen mit begrenzter Infrastruktur in Einklang zu bringen.

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