Deutsche Industrie bricht ein: 127.300 Jobs bis 2026 gestrichen – warum Firmen fliehen
Gabriel HethurDeutsche Industrie bricht ein: 127.300 Jobs bis 2026 gestrichen – warum Firmen fliehen
Deutsche Industrie verliert massiv Arbeitsplätze durch Verlagerung ins Ausland
Bis Anfang 2026 hat die deutsche Industrie bereits 127.300 Stellen abgebaut – ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hohe Kosten und bürokratische Hürden treiben Unternehmen dazu, Produktion und Forschung in andere Regionen zu verlagern.
Seit 2019 hat der Industriesektor in Deutschland insgesamt 341.500 Arbeitsplätze verloren, was etwa jeden siebzehnten Job betrifft. Der Chemiekonzern Evonik etwa plant, nach dem Abbau von 2.800 Verwaltungsstellen seit 2024 weitere 3.200 Arbeitsplätze – vor allem in Deutschland – zu streichen.
Viele Unternehmen steigen vom reinen Exportgeschäft auf globale Produktionsnetzwerke um. Zwar bleiben Unternehmenszentralen und Kernfunktionen in Deutschland, doch fast die Hälfte der befragten Firmen beabsichtigt, mehr Forschung und Entwicklung ins Ausland zu verlagern. Nur 16 Prozent der Unternehmen wollen im Inland neue Mitarbeiter einstellen – Wachstumschancen sehen sie vor allem in Indien, China, Nordamerika, dem Nahen Osten und Afrika.
Rund 40 Prozent der Investitionsbudgets bis 2030 fließen in Deutschland, vor allem in die Instandhaltung von Anlagen und Automatisierung. Neue Kapazitäten und Arbeitsplätze entstehen jedoch zunehmend im Ausland. Die Arbeitskosten in Deutschland liegen 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt und sind mehr als doppelt so hoch wie in Asien oder Osteuropa – viele Unternehmen suchen daher nach günstigeren Alternativen.
Der Trend zeigt eine klare Abwanderung von Produktion und Forschung aus Deutschland. Angesichts hoher Energiepreise und bürokratischer Belastungen setzen Unternehmen bei ihrer Expansion zunehmend auf ausländische Märkte. Bis 2030 will fast jedes befragte Industrieunternehmen seine Präsenz in Indien ausbauen, auch wenn dort nur begrenzt neue Jobs entstehen dürften.
