Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Senta ScheelDeutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Programm für Afrikas Handelsfinanzierung
Die Deutsche Bank hat ein neues Risikoteilungsprogramm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar gestartet, um das Handelsfinanzierungsdefizit in Afrika zu bekämpfen. Die Initiative, die gemeinsam mit der British International Investment (BII) entwickelt wurde, soll Unternehmen entlasten, die mit baren Transaktionen zu kämpfen haben. Die Afrikanische Entwicklungsbank schätzt die jährliche Finanzierungslücke im afrikanischen Handel auf 100 Milliarden US-Dollar.
Das Programm markiert die erste formelle Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und der BII. Es basiert auf einem unfundierten Risikobeteiligungsmodell, bei dem die BII als finanzieller Rückhalt fungiert. Im Fokus stehen strukturell unterversorgte Märkte, darunter Sambia, Äthiopien und Ruanda.
Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der sich seit 2021 zahlreiche internationale Banken aus Afrika zurückgezogen oder ihr Engagement dort reduziert haben. Institute wie HSBC, Standard Chartered und Barclays haben ihre Aktivitäten in Ländern wie Nigeria, Ghana und Kenia eingeschränkt. Währungsvolatilität, regulatorische Hürden und Compliance-bedingtes De-Risking haben diese Abzüge vorangetrieben und Unternehmen mit begrenztem Zugang zu Handelsfinanzierungen zurückgelassen.
Unterdessen hat die Deutsche Bank Gerald Podobnik und Michael Diederich zu gemeinsamen Leitern ihres globalen Firmenkundengeschäfts ernannt. Podobnik folgt auf Ole Matthiessen, während Diederich eine geteilte Führungsrolle übernimmt. Die Aktie der Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Bargeschäften zu verringern, die das Betriebskapital belasten und das Unternehmenswachstum gebremst haben. Durch die Risikoteilung mit der BII strebt die Deutsche Bank eine bessere Verfügbarkeit von Handelsfinanzierungen in einigen der am stärksten unterversorgten Volkswirtschaften Afrikas an. Die Initiative richtet sich insbesondere an Märkte, in denen internationale Banken in den letzten Jahren ihre Präsenz deutlich reduziert haben.