Deutsche Bahn: Wie Schienenchaos die Industrie in die Krise stürzt
Gesa EigenwilligDeutsche Bahn: Wie Schienenchaos die Industrie in die Krise stürzt
Schlüsselbranchen in Deutschland kämpfen mit massiven Einschränkungen durch die anhaltenden Probleme im Schienennetz der Deutschen Bahn. Durch Bauarbeiten und Verspätungen entstehen erhebliche Verluste – besonders in Sektoren, die auf den Schienentransport für Güter und Rohstoffe angewiesen sind.
Besonders betroffen ist die chemische Industrie. Fast 25 Millionen Tonnen chemischer Produkte werden jährlich per Bahn durch Deutschland transportiert, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) angibt. Produktionsausfälle und begrenzte Lagerkapazitäten in den Werken sind mittlerweile an der Tagesordnung, was die Kosten in die Höhe treibt und zu Verzögerungen führt.
Auch die Stahlindustrie leidet unter den Engpässen. Fast die Hälfte aller Stahltransporte erfolgt über die Schiene, so der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Großkonzerne wie Salzgitter und ArcelorMittal haben ihre Produktion bereits gedrosselt, da sowohl Rohstoffe als auch Fertigprodukte auf den Schienenverkehr angewiesen sind.
Die Automobilbranche verzeichnet einen Rückgang der verfügbaren Frachtkapazitäten auf der Schiene. Einige Unternehmen sind gezwungen, wieder auf den Straßentransport auszuweichen. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup fordert die Deutsche Bahn zum raschen Handeln auf. Er besteht darauf, dass Güterzüge auf Ausweichstrecken Vorrang erhalten müssen – Ersatzbusse könnten großvolumige Fracht nicht bewältigen.
Die Deutsche Bahn steht unter Druck, ihre Planung und Priorisierung von Güterzügen zu überarbeiten. Ohne Verbesserungen drohen den Branchen weitere Verzögerungen, steigende Kosten und Produktionskürzungen. Die Auswirkungen sind bereits in der chemischen Industrie, der Stahl- und der Automobilbranche spürbar.
