Deutsche Bahn setzt auf Körperkameras – doch reicht das gegen Gewalt im Zug?
Sibilla HartungDeutsche Bahn setzt auf Körperkameras – doch reicht das gegen Gewalt im Zug?
Die Deutsche Bahn hat Körperkameras für das Servicepersonal eingeführt und die Kontrollen von Ausweisdokumenten bei Fahrkartenprüfungen abgeschafft. Die Maßnahmen sind Teil umfassender Bemühungen, die Sicherheit der Mitarbeiter zu verbessern. Doch Gewerkschaften und einige Verantwortliche sind uneins über die Wirksamkeit dieser Schritte.
Die Verkehrsministerkonferenz hat kürzlich die neuen Sicherheitsvorkehrungen der Deutschen Bahn unterstützt, darunter den Einsatz von Körperkameras. Zudem sprach sie sich für ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr aus. Noch laufende Gespräche befassen sich mit der Ausweitung der Videoüberwachung an Bahnhöfen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die umgesetzten Maßnahmen bis Ende April zu überprüfen. Trotz der Änderungen lehnten die Minister jedoch die Forderung nach einer verpflichtenden Zweipersonen-Besetzung in Zügen ab. Stattdessen verwiesen sie auf Pilotprojekte, wie etwa in Baden-Württemberg, um den Ansatz zu testen.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kritisierte die Entscheidung scharf und fordert nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter weiterhin eine Zweipersonen-Besetzung. EVG-Chef Martin Burkert warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter ohne strengere Regelungen weiter zunehmen könnte. Die Gewerkschaft argumentiert, dass zusätzliches Personal einen besseren Schutz für die Beschäftigten böte.
Die jüngsten Sicherheitsupdates der Deutschen Bahn stoßen auf geteilte Reaktionen. Während Körperkameras und Waffenverbote die Risiken verringern sollen, fordern Gewerkschaften weiterhin weitere Maßnahmen. Das Ergebnis der anstehenden Überprüfung könnte entscheiden, ob zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen eingeführt werden.






