Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft digitale Belästigung und Identitätsmissbrauch vor
Gesa EigenwilligChristian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft digitale Belästigung und Identitätsmissbrauch vor
Christian Ulmen: Vom Grenzgänger der Comedy zum Beschuldigten – Ex-Frau wirft ihm digitale Belästigung vor
Der deutsche Komiker Christian Ulmen, bekannt für seine provokanten Auftritte in Formaten wie Quatsch Comedy Club oder Mein neuer Freund, sieht sich nun schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau gegenüber. Die ehemalige Viva-Moderatorin Collien Fernandes wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, explizite Inhalte verbreitet und in ihrer Identität Telefonsex praktiziert zu haben. Die Anschuldigungen werfen erneut Fragen über seine umstrittene Karriere auf – und wo die Grenze zwischen Satire und realem Schaden verläuft.
Ulmen stieg in den frühen 2000er-Jahren mit provokanten Formaten zum Star auf. Quatsch Comedy Club (2000–2007) bot scharfkantigen Stand-up, der immer wieder Debatten über die Grenzen des Humors entfachte. In UlmenBau (2001) persiflierte er die Architektur mit absurden Sketchen, während er in Der Scheff, ich bin der Chef (2005–2006) mit versteckter Kamera als falscher Vorgesetzter Mitarbeiter bloßstellte. Später nahm Neues aus Büttenwarder (2016–2020) das Landleben aufs Korn – und erntete Kritik, weil es Klischees verfestigte.
Mitte der 2000er wurde Ulmen mit Mein neuer Freund zum Reality-TV-Enfant terrible: Woche für Woche spielte er einen anderen unerträglichen Freund. In Szenen wie der Vorstellung eines neuen Partners bei der Familie eskalierte die Situation – etwa wenn der "Freund" sich abscheulich benahm. Eine seiner prägendsten Figuren war der snobistische Adlige Alexander von Eich. Noch umstrittener war Who Wants to Fuck My Girlfriend?, eine Show, in der Männer um die "heißeste" Freundin wetteiferten – mit peinlichen Challenges.
Ulmen und Fernandes begannen 2010 eine Beziehung, die von Anfang an öffentlich beäugt wurde. Manche fragten sich, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie Ulmen mit einer "hübschen, aber austauschbaren" Viva-Moderatorin zusammen sei. Jetzt bricht Fernandes ihr Schweigen und bezeichnet sein Handeln als "virtuelle Vergewaltigung". Sie behauptet, er habe unter ihrem Namen Fake-Profile erstellt, pornografisches Material verbreitet und sich als sie ausgegeben – etwa bei Online-Dating oder Telefonsex. Ihr Bericht reiht sich ein in eine wachsende Zahl ähnlicher Fälle, in denen Frauen über digitale Übergriffe berichten.
Der Satz der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot – "Die Scham muss die Seite wechseln" – hallt in den Diskussionen über den Fall nach. Kritiker sehen Ulmens frühere frauenfeindlichen Auftritte nun in neuem Licht und fragen, ob sein Humor jemals in echte Verletzung umschlug.
Fernandes' Vorwürfe rücken Ulmens Karriere und die Folgen seines provokanten Stils erneut in den Fokus. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zu digitaler Gewalt und den Auswirkungen öffentlicher Personas auf private Beziehungen auf. Wie Rechtssystem und Öffentlichkeit auf ihre Anschuldigungen reagieren, bleibt abzuwarten.






