27 April 2026, 18:26

CDU bricht Tabu: Erstes Bündnis mit der AfD auf kommunaler Ebene

Ein altes 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die seine politischen Teilungen zeigt, auf Papier gedruckt mit Text oben und unten.

CDU bricht Tabu: Erstes Bündnis mit der AfD auf kommunaler Ebene

Die langjährige politische Brandmauer gegen die rechtspopulistische AfD zeigt erste Risse. Bei einer jüngsten Kommunalwahl in Biebesheim (Hessen) gingen CDU-Vertreter ein Bündnis mit der AfD ein, um dieser einen Sitz im Gemeindevorstand zu sichern. Der Schritt löste Empörung aus und führte zu Parteiausschlussverfahren gegen die Beteiligten.

Die umstrittene Entscheidung in Biebesheim markiert einen Bruch mit der bisherigen Praxis: Erstmals arbeiteten CDU-Mitglieder auf lokaler Ebene mit der AfD zusammen – einer Partei, die von den etablierten Kräften traditionell gemieden wird. Die ungewöhnliche Kooperation sorgte umgehend für scharfe Kritik aus den Reihen der anderen etablierten Parteien. Als Reaktion leitete die CDU Parteiausschlussverfahren gegen die verantwortlichen Kommunalpolitiker ein.

Die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach kritisierte die disziplinarischen Maßnahmen scharf und warf dem CDU-Kreisverband vor, "Demokratie" scheinbar als "Fremdwort" zu betrachten. Unterdessen setzt die wachsende Präsenz der AfD in Westdeutschland die bisherige Ablehnungsstrategie zunehmend unter Druck – eine Taktik, die die Partei bisher von politischer Macht fernhalten sollte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der AfD-Politiker Richard Graupner warnte, die CDU riskiere, sich stärker über Ausgrenzung als über ihre eigenen Inhalte zu definieren. Sein Parteikollege, der AfD-Bundestagsabgeordnete Ruben Rupp, fügte hinzu, eine Zusammenarbeit mit der AfD werde angesichts steigender Umfragewerte unausweichlich. Selbst in den ostdeutschen CDU-Landesverbänden mehren sich nun Stimmen, die die Haltbarkeit der Ablehnungsstrategie infrage stellen.

Umfragen zufolge lehnt die Mehrheit der Wähler etablierter Parteien die strikte Ablehnungspolitik mittlerweile ab. Dieser Stimmungswandel fällt in eine Phase, in der die AfD weiter an Zuspruch gewinnt – insbesondere in Regionen, in denen sie einst eine Randerscheinung war.

Die laufenden Parteiausschlussverfahren offenbaren die tiefen Gräben innerhalb der CDU beim Umgang mit dem AfD-Aufstieg. Während die Partei in Westdeutschland an Boden gewinnt und die öffentliche Unterstützung für die Ablehnungsstrategie schwindet, steht deren Zukunft auf dem Spiel. Das Ergebnis der Disziplinarverfahren könnte richtungsweisend dafür werden, wie sich die etablierten Parteien künftig zur AfD positionieren – ob sie die Kooperation suchen oder weiterhin auf Distanz gehen.

Quelle