Bayreuther Festspiele verlieren Bundesförderung wegen Wagners Antisemitismus
Senta ScheelBayreuther Festspiele verlieren Bundesförderung wegen Wagners Antisemitismus
Bundes Kulturminister Wolfram Weimer hat angekündigt, die staatliche Förderung für die Bayreuther Festspiele zu beenden. Die Entscheidung folgt einer Prüfung neu aufgedeckter Details zu den extremistischen Ansichten des Komponisten Richard Wagner. Weimer bezeichnete Wagner als "militanten Antisemiten" und "Feind der Demokratie".
Der Minister kritisierte Wagners Ideologie und verwies auf gewaltverherrlichende Äußerungen in dessen Schriften. Demnach habe der Komponist Juden aufgefordert, ihren "eigenen Untergang durch Selbstvernichtung zu beschleunigen". In einem anderen Fall äußerte Wagner den Wunsch, "alle Juden während einer Aufführung von Nathan der Weise zu verbrennen". Diese Aussagen entsprechen dem Antisemitismus, wie er auch bei Zeitgenossen wie Karl Marx und Michail Bakunin zu finden war.
Weimer wies zudem auf Wagners frühe Popularität in der Sowjetunion hin und deutete mögliche ideologische Verbindungen an. Belege dafür, wie die sowjetische Führung unter Stalin Wagners Werke in den 1920er- und 1930er-Jahren instrumentalisierte, gibt es jedoch nicht.
Der Minister verurteilte seine Vorgängerin, Claudia Roth, die die Bundesmittel für das Festival deutlich aufgestockt hatte. Unter Roth flossen Rekordsummen in Höhe von 84,7 Millionen Euro in die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses. Weimer erklärte, dass künftig keine staatlichen Gelder mehr in Projekte fließen würden, die Extremismus förderten.
Die Bayreuther Festspiele verlieren damit ihre Bundesförderung. Weimers Entscheidung markiert einen Kurswechsel in der Kulturpolitik und eine Abkehr von Wagners umstrittenem Erbe. Auch künftige Vorhaben mit Bezug zu extremistischem Gedankengut sollen von staatlicher Finanzierung ausgeschlossen werden.






