15 March 2026, 22:26

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pavlova mit Festival und seltenen Aufführungen

Ein Plakat, das eine Balletaufführung in Paris im Jahr 1909 ankündigt, mit einem Gemälde einer Person in einer anmutigen Pose, darüber in fetter Schrift 'Saison Russe' und 'Opera et Ballet'.

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pavlova mit Festival und seltenen Aufführungen

Baden-Baden ehrt zwei Ballettlegenden mit Festival, Ausstellung und Aufführungen

Dieser Herbst steht in Baden-Baden ganz im Zeichen zweier legendärer Tänzer: Mit einem Festival, einer Ausstellung und besonderen Vorführungen würdigt die Stadt Vaslav Nijinsky und Anna Pavlova, die vor über einem Jahrhundert Gast in der Kurstadt waren. Vom 2. bis 12. Oktober bringen ein Ballettfestival, eine neue Ausstellung und seltene Aufführungen ihr künstlerisches Erbe wieder zum Leben.

Im August 1913 hielt sich Vaslav Nijinsky im Brenners Parkhotel in Baden-Baden auf. Entgegen früherer Annahmen arbeitete er während dieses Aufenthalts nicht an neuen Choreografien, sondern erholte sich nach der Uraufführung von Jeux am 15. Mai in Paris. Aus diesem Sommer sind keine schöpferischen Projekte von ihm überliefert.

Noch im selben Monat besuchte auch Anna Pavlova, Nijinskys berühmteste Tanzpartnerin, die Stadt. Am 26. August präsentierte sie bei einer lokalen Veranstaltung ihren ikonischen Sterbenden Schwan, begleitet von Camille Saint-Saëns' Karneval der Tiere. Beide Tänzer hatten mit den Ballets Russes bereits das Ballett revolutioniert und die Spitzentanztechnik zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ein neues Niveau gehoben.

Mehr als ein Jahrhundert später findet vom 2. bis 12. Oktober das Festival "Die Welt des John Neumeier" statt. Das Hamburg Ballett bringt Neumeiers Werk Nijinsky (2000) dreimal im Festspielhaus auf die Bühne – und zwar vom 3. bis 5. Oktober. Die Produktion beinhaltet auch Pavlovas Sterbenden Schwan und bewahrt so ihren Einfluss auf das moderne Ballett.

Parallel zu den Aufführungen zeigt das Stadtmuseum Baden-Baden zwei Ausstellungen. Mythos Vaslav Nijinsky öffnet am 3. Oktober für die Öffentlichkeit und läuft bis zum 2. November. Zudem präsentiert Neumeier ausgewählte Stücke aus seiner Privatsammlung, darunter seltene Exponate, die mit Nijinsky und Pavlova verbunden sind. Der Choreograf, der Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet, hat über die Jahre umfangreiche Archive zu dessen Werk angelegt.

Das Festival vereint Neumeiers Nijinsky-Ballett, Pavlovas Markenrolle und historische Materialien aus der Sammlung des Choreografen. Die Ausstellungen im Stadtmuseum bleiben bis Anfang November geöffnet und bieten einen vertieften Einblick in das Wirken der beiden Tänzer. Baden-Badens Veranstaltungen verbinden so Vergangenheit und Gegenwart des Balletts durch Aufführungen, Archive und öffentliche Präsentationen.

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