ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt dramatischen Rückgang
Gesa EigenwilligARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Studie enthüllt dramatischen Rückgang
Öffentlich-rechtliche Sender ARD und ZDF stehen in der Kritik, weil sie wirtschaftliche Themen in ihren Talkshows vernachlässigen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich 2025 nur noch 20 Prozent der Sendungen mit Wirtschaftspolitik befassten – ein Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wirft den Sendern vor, in einer Phase wirtschaftlicher Herausforderungen ihre Berichterstattung nicht ausgewogen zu gestalten.
Die INSM analysierte 284 Talkshow-Folgen aus dem Jahr 2025, darunter 47 Ausgaben von ARD und ZDF aus den Jahren 2021 bis 2024. In diesen älteren Sendungen hatten wirtschaftliche Themen noch mindestens 30 Prozent des Inhalts ausgemacht. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch einen deutlichen Rückgang dieser Berichterstattung.
Auch die Zusammensetzung der Gästelisten war auffällig unausgewogen: Politiker machten 41 Prozent der Teilnehmer aus, gefolgt von Journalisten mit 27 Prozent. Ökonomen waren mit 14 Prozent vertreten, Unternehmer kamen lediglich in 5 Prozent der Sendungen zu Wort. Vertreter von Wirtschaftsverbänden wurden sogar nur in 2 Prozent der Diskussionen eingeladen. In 32 Prozent der Folgen mit wirtschaftlichem Bezug fehlte überhaupt ein Vertreter aus der Wirtschaft.
Die einzelnen Formate wichen stark voneinander ab: "Hart aber fair" stach hervor, indem es 39 Prozent seiner Sendungen wirtschaftlichen Themen widmete und stets wirtschaftliche Stimmen einband. Dagegen schnitt "Maischberger" schlecht ab – in 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen kamen keine Vertreter aus der Wirtschaft zu Wort.
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisierte, dass die Sender wirtschaftliche Debatten in einer Phase des wirtschaftlichen Abschwungs vernachlässigten. Der Ausschluss von Praktikern schwäche das öffentliche Verständnis zentraler Fragen, so Alsleben. Er forderte die Sender auf, mehr Unternehmer in die Diskussionen einzubinden, um die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes besser zu behandeln.
Die Studie belegt einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung in den wichtigsten Talkshows. Da wirtschaftliche Stimmen seltener zu Wort kommen, wirft die INSM den Sendern vor, ihrer Pflicht zu einer ausgewogenen Berichterstattung nicht nachzukommen. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, wie wirtschaftliche Themen in zukünftigen Programmen behandelt werden.






