Apotheker empören sich über geplante Reform: "Schlag ins Gesicht" für den Berufsstand
Senta ScheelApotheker empören sich über geplante Reform: "Schlag ins Gesicht" für den Berufsstand
Ein geplanter Apothekenreform-Entwurf in Deutschland hat unter Apothekern Empörung ausgelöst. Frank-Martin Welzig, Inhaber der Hils-Apotheke in Delligsen, bezeichnete das Gesetzesvorhaben als "Schlag ins Gesicht" für den gesamten Berufsstand. Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für 2022 einen Überschuss von 3,5 Milliarden Euro vermeldete – zu dem auch Rabattverträge mit Apotheken beigetragen haben.
In den vergangenen fünf Jahren stieg die feste Apothekengebühr in Deutschland nur minimal, von 7,72 Euro auf 8,50 Euro. Die Bundesapothekerkammer (ABDA) fordert nun eine Anhebung auf mindestens 9,50 Euro sowie höhere Zuzahlungen der Patienten und ein reformiertes Abrechnungssystem, um die steigenden Kosten zu decken. Welzig argumentiert, dass Apotheken maßgeblich zu den Überschüssen im Gesundheitssystem beigetragen hätten, davon aber kaum etwas zurückerhielten.
Hinzu kommt die Herausforderung, Patienten Änderungen bei ihren Medikamenten erklären zu müssen. Solche Umstellungen sorgen häufig für Verunsicherung und können dazu führen, dass Betroffene ihre Therapie abbrechen. Welzig schrieb direkt an Gesundheitsministerin Nina Warken und äußerte seine Frustration darüber, dass die Überschüsse nicht zur Unterstützung der Apotheken genutzt würden.
Unterdessen betont der GKV-Spitzenverband, der Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen, dass der Überschuss nicht ausreiche, um die finanziellen Rücklagen wieder aufzubauen. Der Streit offenbart die anhaltenden Spannungen zwischen Apothekern und Krankenkassen über die Verteilung der Mittel und die Fairness im System.
Der aktuelle Gesetzentwurf belässt die feste Apothekengebühr unverändert – trotz der Forderungen nach einer Reform. Apotheker wie Welzig sehen sich für ihre Rolle bei der Generierung von Einsparungen unterbezahlt. Nun liegt es an den politischen Entscheidungsträgern, ob die Apotheken künftig eine höhere finanzielle Würdigung erfahren werden.






