Zoll schlägt in Sachsen zu: 55 Verstöße gegen Arbeitsrecht in der Gastronomie aufgedeckt
Senta ScheelZoll schlägt in Sachsen zu: 55 Verstöße gegen Arbeitsrecht in der Gastronomie aufgedeckt
Zollbeamte in Sachsen gehen gegen illegale Beschäftigung vor
Letzte Woche führten Zollbeamte in Sachsen eine großangelegte Razzia gegen illegale Beschäftigung durch. Am 19. September 2025 kontrollierten rund 90 Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Zollamt Dresden fast 30 Betriebe, vor allem in der Gastronomiebranche. Im Fokus standen die Einhaltung des Mindestlohngesetzes, der Sozialversicherungspflicht sowie der Aufenthaltsbestimmungen.
Die Kontrollen erstreckten sich auf die Regionen Dresden, Leipzig, Nord- und Ostsachsen. Dabei wurden 100 Beschäftigte befragt, wobei 55 mutmaßliche Verstöße aufgedeckt wurden – darunter Verstöße gegen Sozialversicherungspflichten, Aufenthaltserlaubnis sowie die Nichtzahlung des gesetzlichen Mindestlohns, der derzeit bei 12,82 Euro pro Stunde liegt.
Ein Mitarbeiter versuchte, sich der Kontrolle durch Flucht zu entziehen, wurde jedoch gestellt. Wie die Behörden später bestätigten, verfügte die Person über eine geduldete Aufenthaltserlaubnis, aber kein legales Arbeitsrecht. In Fällen, in denen gesuchte Personen oder Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht festgestellt wurden, wurden die Betroffenen an die zuständigen Stellen überstellt. Die Aktion umfasste zudem umfangreiche Nachprüfungen: Die Beamten verglichen Personalakten mit Lohn- und Buchhaltungsunterlagen der Unternehmen, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen.
Die Hotel- und Gastronomiebranche, ein wichtiger Arbeitgeber in der Region, steht besonders im Visier der Behörden, da sie ein hohes Risiko für illegale Beschäftigung und Lohnverstöße birgt. Eine Sprecherin des Zolls, Heike Wilsdorf, betonte, dass solche Kontrollen dazu beitrügen, die Sozialsysteme und staatlichen Einnahmen zu sichern. Durch die Durchsetzung fairer Arbeitsbedingungen solle Betrug verhindert und ein fairer Wettbewerb zwischen den Unternehmen gewährleistet werden.
Die Razzia führte zu mehreren Verdachtsfällen, die nun weiter untersucht werden. Die Zollbehörden kündigten an, die Einhaltung der Vorschriften in risikoreichen Branchen wie der Gastronomie weiterhin streng zu überwachen. Die Erkenntnisse sollen genutzt werden, um die Kontrollen zu verschärfen und sowohl Arbeitnehmer als auch gesetzestreue Arbeitgeber zu schützen.
