09 June 2026, 04:21

Wirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Verbände üben scharfe Kritik an Kanzler Merz

Präsident des BVMW Ahlhaus: KMUs fühlen sich bei Wirtschaftsrunde im Kanzleramt übergangen

Wirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Verbände üben scharfe Kritik an Kanzler Merz

11 Wirtschaftsverbände – darunter der BVMW – kritisieren geplanten Kanzlergipfel

Eine Gruppe von elf Branchenverbänden, darunter der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), hat einen bevorstehenden Wirtschaftsgipfel im Bundeskanzleramt scharf kritisiert. Das von Bundeskanzler Friedrich Merz einberufene Treffen soll zwar wirtschaftliche Reformen in den Fokus stellen, doch fehlen darauf Vertreter des deutschen Mittelstands – der eigentlich als Rückgrat der Wirtschaft gilt. Unternehmensführer werfen der Regierung vor, ihre Anliegen bei diesem als richtungsweisend geltenden Spitzentreffen der Legislaturperiode zu ignorieren.

Der Gipfel findet im Kanzleramt statt, wo Regierungsvertreter mit Gewerkschaftsführern und großen Arbeitgeberverbänden über Reformvorhaben beraten werden. Der Mittelstand – also die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die das Herzstück der deutschen Wirtschaft bilden – wurde jedoch nicht eingeladen.

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Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, verurteilte die Vorgehensweise der Bundesregierung bei der Organisation der Veranstaltung in der Villa Borsig. Er warnte, dass frühere Absprachen die Realität kleinerer Betriebe oft außer Acht gelassen hätten. „Solche Fehler dürfen sich nicht wiederholen“, betonte Ahlhaus.

Die Verbände fordern seit Langem weniger Bürokratie, eine Reform der Einkommensteuer sowie flexiblere Arbeitsgesetze. Doch diese Forderungen bleiben vor dem Gipfel unerfüllt. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten die Unterzeichner wachsende Besorgnis über die Ausgrenzung mittelständisch geprägter Branchen. Sie pochten auf einen offenen, faktenbasierten Dialog – statt auf eine Struktur, die zentrale Akteure systematisch ausschließt.

Die Kritik unterstreicht die wachsende Kluft zwischen Politik und Mittelstand. Ohne Vertretung beim Gipfel befürchten kleine und mittlere Unternehmen, dass ihre Sorgen erneut übergangen werden. Die Ergebnisse des Treffens könnten die Weichen für künftige Reformen stellen – doch ohne ihre Mitsprache.

Quelle